Analyse: Die tatsächlichen (!) Arbeitsmarktzahlen Februar 2012

Quelle:  http://www.meinpolitikblog.de/analyse-die-tatschlichen-arbeitsmarktzahlen-februar-2012#more-47370

Mittwoch, 29. Februar 2012-14:09 -|- Eingestellt von: |

Liebe Leser,

hier nun wieder die regel­mä­ßige Ana­lyse von Sybilla. Die Ver­sion der Bun­des­agentur gibt es als sepa­raten Bei­trag.

In den gleich gestimmten Sys­tem­me­dien wird im Gleich­klang vom Schla­raf­fen­land Deutsch­land berichtet. Mil­lionen von pre­kären Beschäf­ti­gungen werden zum Job­boom. Die Rege­ne­ra­tion der Wirt­schaft nach den tiefsten Absturz des BIP in der Bun­des­re­pu­blik wird zum Auf­schwung xxl.

Aber Ach­tung — im 4. Quartal 2011 gab es ein Minus­wachstum des BIP von 0,2%. Von Monat zu Monat wird den Ver­brau­chern gute Kauf­laune sug­ge­riert. Das Weih­nachts­ge­schäft, das laut Medien so stark brummte wie seit Jahren nicht, schloss dann doch mit einen deut­li­chen Umsatz-minus im Ein­zel­handel ab.

Real­lohn­er­hö­hungen werden nur rech­ne­risch durch die Ein­be­zie­hung der Kurz­ar­beit erreicht, die Preise für Heizöl und Auto­kraft­stoff /Benzin) eilen von Rekord­hoch zu Rekordhoch.Die Euro­ret­tung kostet keinen Cent, der Ver­lust des Schul­den­schnitts Grie­chen­lands der Hypo AA wird aber vom Steu­er­zahler bezahlt.

Trotz 7.183.679 Leis­tungs­emp­fän­gern fabu­liert der Pres­se­dienst der BA von der nied­rigsten Zahl von Hartz IV Bezie­hern. (Im Dezember 2004 gab es nur 4.321.000 Leis­tungs­emp­fänger (Arbeitslosenhilfe/Arbeitslosengeld).

Heute gibt es mehr erwerbs­fä­hige Leis­tungs­be­rech­tigte = 4.500.766 Per­sonen und das feiert der Pres­se­dienst der BA als Erfolg.

Und diese Mel­dung wurde mehr­mals lan­ciert denn der Rück­tritt des Bun­des­prä­si­denten schob die ursprüng­liche Jubel­mel­dung in den Abfluss.

Die demo­gra­phi­sche Ent­wick­lung wird bei Kin­der­armut und erwerbs­fä­higen ein­fach zum Refor­mer­folg umgedeutet.

So weit die schön gemalte Welt der Myhten und Märchen

Jetzt die Fakten !!!

Arbeits­markt Februar 2012; 4.150.888 Per­sonen; Quote 9,7 % Per­sonen sind unter­be­schäf­tigt (Januar 2012; 4.113.346 Personen)

Das sind 37. 542 Per­sonen mehr als im Januar 2012

Fak­ten­check Jobboom

Der „Beschäf­ti­gungs­boom“ Aty­pisch Beschäf­tigte (in Mio.) nach Erwerbs­formen in den Jahren 1999, 2008 bis 2010 Balkendiagramm

Arbeits­markt Februar 2012 – Die Zahlen

Offi­zi­eller BA — Zah­len­be­richt für Februar 2012 Seite 48

Leis­tungs­emp­fänger 3) 7.183.679 (*7.092.183) Per­sonen (Im BA-Bericht Dezember 2004 wurden im Bereich des Arbeits­lo­sen­geld und der Arbeits­lo­sen­hilfe nur 4.321.000 Leis­tungs­emp­fänger gezählt

Arbeits­lo­sen­geld bei Arbeits­lo­sig­keit 974.690 (*937.194) Personen

– erwerbs­fä­hige Leis­tungs­be­rech­tigte 4.500.766 (*4.456.870) Personen

– nicht erwerbs­fä­hige Leis­tungs­be­rech­tigte 1.708.223 (*1.698.119) Personen

( nicht berück­sich­tigt sind Leis­tungs­emp­fänger von Wohn­geld, Kin­der­zu­schlag, Grund­si­che­rung im Alter, Sozi­al­hilfe SGB XII…)

* Zahlen aus dem BA Bericht 2012

Unter­be­schäf­ti­gung ohne Kurz­ar­beit 4.150.888 Per­sonen Quote 9,7 %

Im BA Bericht Januar 2012 wurden 4.113.346 Per­sonen erfasst, das waren 9,6 %

Arbeits­lo­sig­keit regis­triert nach § 16 SGB III 3.109.947 Per­sonen (Februar 2012)

Im BA Bericht Januar 2012 wurden 3.081.706 Per­sonen als arbeitslos erfasst.

1.036.854 Teil­nehmer (Januar 1.063.549) sind in aus­ge­wählten Maß­nahmen aktiver Arbeits­markt­po­litik 3)

3) End­gül­tige Werte stehen erst nach einer War­te­zeit fest. Am aktu­ellen Rand können die Daten auf­grund von Erfah­rungs­werten über­wie­gend hoch­ge­rechnet werden

Obdach– und Woh­nungs­lo­sig­keit in Deutsch­land steigt auf Rekordhöhe.

Immer mehr Obdach­lose im Land

Immer mehr junge Men­schen sind ohne Wohnung

Immer mehr Obdach­lose im Norden

Sozi­al­staat Deutsch­land – Zweiter Woh­nungs­loser in Berlin erfroren

Ist Deutsch­land tat­säch­lich auf der Schnell­straße zur Voll­be­schäf­ti­gung (Rekord­be­schäf­ti­gung) oder ist das Ziel, dass wie in der DDR-Vollbeschäftigung alle irgendwie beschäf­tigt sind?

Die demo­gra­fi­sche Ent­wick­lung, die unfrei­wil­lige Früh­ver­ren­tung und der total aus­ufernde Nied­rigst­lohn­be­reich senken die Zahl der Arbeits­losen ab. Hin­gegen auch die Voll­zeit­be­schäf­ti­gung immer weiter absinkt, die Teil­zeit­be­schäf­ti­gung und Leih­ar­beit boomt.

Der sta­tis­tisch erfassten Arbeits­lo­sig­keit stehen 7.183.679 Leis­tungs­emp­fänger im Leis­tungs­bezug im Recht­kreis SGB II/SGB III als (ALG I, ALG II, Sozi­al­geld) gegen­über das sind rund 66,25% (Januar 2012; 64,3 %) mehr Leis­tungs­emp­fänger als im Dezember 2004. (Ohne Sozi­al­hilfe diese 2004 als auch 2011 rund 1 Mil­lion Per­sonen erhalten haben)

„Es wird ein­fach weg­de­fi­niert, dieser hohe Berg von Arbeitslosen“

„Es wird ein­fach weg­de­fi­niert, dieser hohe Berg von Arbeits­losen“ Pro­fessor für Sta­tistik über den Zah­len­schwindel der Bun­des­agentur für Arbeit.

(Die gewonnen Erkennt­nisse des Inter­views vom Mai 2011 sind auch im Februar 2012 zutreffend.)

Die Politik die Wirt­scha­tin­sti­tute und die Medien feiern eupho­risch die „Rekord­be­schäf­ti­gung“ auf­ge­bläht durch 7,8 Mil­lionen Mini und Midi und Teil­zeit­jobs obwohl ihnen bewusst sein sollte, dass viele von ihrer Arbeit nicht leben können. 3 Euro 18 in der Stunde ver­dient eine Fri­seurin in Thü­ringen, oder 4 Euro 58 in der Stunde für eine Flo­ristin in Brandenburg.

Mehr als 20 Pro­zent aller Erwerbs­tä­tigen sind im Nied­rig­lohn­be­reich beschäf­tigt, Ten­denz schnell anstei­gend. Einen unbe­fris­teten, sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­tigen Arbeits­platz haben nur noch 60 % aller Erwerbs­tä­tigen. Der „Job­boom findet vor allem in der Leih und Zeit­ar­beit statt.

Die BA Sta­tistik ver­steckt viele Men­schen in Ein-Euro-Jobs, Bür­ger­ar­beit oder anderen arbeits­markt­po­li­ti­schen Maß­nahmen oder sie glie­dert Gruppe (Die über 58 jäh­rigen und die unter 25 Jäh­rigen) aus der Sta­tistik aus.. Andere haben sich nach dem aus­laufen des Arbeits­lo­sen­geldes I von den Job­cen­tern zurück­ge­zogen, sie sind zwar auf der Suche nach Arbeit, aber sie sind nicht im Sinne des SGB II bedürftig.

Dazu gehören Frauen/Männer die über „Ver­mögen“ ver­fügen oder deren Partner ein „Ein­kommen“ erzielen das über der Grund­si­che­rung liegt. Viele Arbeits­lose werden mit pre­kären Job­an­ge­boten im Nied­rigst­lohn­sektor über­häuft. Nach dem Motto: Kann die Arbeit von anderen noch bil­liger erle­digt werden? Auch die Zahl der Woh­nungs­losen nimmt auf­grund von Armut zu.

Der BA Arbeits­markt­be­richt Februar 2012 im Detail betrachtet

BA Bericht Februar 2012 Seite 9/10

Nicht sai­son­be­rei­nigt belief sich der Bestand im Februar auf 473.000 Arbeitsstellen.

Nach Wirt­schafts­zweigen dif­fe­ren­ziert beruht das Plus in der glei­tenden Jah­res­summe etwa zur Hälfte auf Mel­dungen aus der Arbeit­neh­mer­über­las­sung (+70.000 oder +10 Pro­zent). BA Bericht Februar 2012

 

BA Bericht Februar 2012 Seite 18

 

Außer den Leis­tungs­emp­fän­gern gab es im Oktober noch 313.000 Arbeits­lose, die im Berichts­monat keine Geld­leis­tungen aus der Arbeits­lo­sen­ver­si­che­rung oder der Grund­si­che­rung bezogen. Von allen Arbeits­losen erhielten 89 Pro­zent Leis­tungen (siehe Abbil­dung 13: Arbeits­lo­sig­keit und Leistungsbezug).

BA Bericht Februar 2012 Seite 21

3.2 Erwerbs­tä­tige Leistungsberechtigte

Im Oktober 2011 bezogen 30 Pro­zent (1,36 Mio) der erwerbs­fä­higen Leis­tungs­be­rech­tigten Ein­kommen aus Erwerbstätigkeit.

Bedarfe /Leis­tungen /Ein­kommen — statistik.arbeitsagentur.de

Wer das kom­plette Zah­len­werk der BA detail­liert betrachtet, wird dann doch sehr ernüchtert.

Ent­gegen der poli­ti­schen und medialen Lob­ge­sänge ist die Lage am Arbeits­markt im beson­derem im Nied­rigst­lohn­be­reich bei weiten schlechter als von Politik und Mas­sen­me­dien den Massen und den Bür­gern sug­ge­riert wird,

Quelle der Zahlen:

BA – Monats­be­richt Februar 2012

Deutsch­land auf dem Weg in eine Niedriglohn-Gesellschaft

In Deutsch­land dehnt sich der Nied­rig­lohn­sektor immer mehr aus. Die „Leip­ziger Volks­zei­tung“ zitiert bisher unver­öf­fent­lichte Zahlen der Bun­des­agentur für Arbeit, wonach der Anteil der Voll­zeit­be­schäf­tigten mit Nied­rig­löhnen im ver­gan­genen Jahr auf knapp 23 Pro­zent gestiegen ist.

Gegen­über dem Vor­jahr bedeutet dies 2010 eine Stei­ge­rung um 0,5 Pro­zent oder, in abso­luten Zahlen, um 199.762 Arbeit­nehmer. Die Nied­rig­lohn­schwelle liegt bei der­zeit bei 1379 Euro für Ost­deutsch­land und bei 1890 Euro für Westdeutschland.

Fazit:

Es ist schon seit unvor­denk­li­cher Zeit immer so, dass eine „Voll­be­schäf­ti­gung“ durch das absenken der Arbeits­löhne erreichbar ist. Denn 0 € Arbeits­plätze sind seit der frühen Antike unend­lich vor­handen. Je bil­liger eine Arbeits­kraft ein­setzbar ist, desto öfter wird diese nachgefragt.

Aller­dings muss die Soli­dar­ge­mein­schaft der Steu­er­zahler die Grund­siche– rung dieser bil­ligen Arbeits­kräfte finan­zieren (in 2011 mit 13 Mrd. €) und sub­ven­tio­niert somit die Gewinne der Arbeit­geber. Im Übrigen die Mär der Wirtschaft/Wirtschaftsinstitute/Politik/Systemmedien vom Auf­stieg oder dem „Sprung­brett Nied­rig­lohn“ wird durch den exor­bi­tant hohen Anstieg der pre­kären Beschäf­ti­gung in Voll­zeit­be­schäf­tigten mit Nied­rig­löhnen durch die BA – Sta­tistik ein­deutig widerlegt.

Neues vom Auf­schwung xxl und vom ima­gi­nären Jobwunder

Öl– und Ben­zin­preise errei­chen Rekordhöhe

Ent­wick­lung der Heiz­öl­preise in Deutschland

28.02.2012 Heiz­öl­preis im Bun­des­durch­schnitt 92,70 €/100 L

Ver­brau­cher­preise im Februar 2012: vor­aus­sicht­lich + 2,3 % gegen­über Februar 2011

Pres­se­mit­tei­lung Nr.068 vom 28.02.2012 Ver­brau­cher­preise im Februar 2012: vor­aus­sicht­lich + 2,3 % gegen­über Februar 2011

Brut­to­in­lands­pro­dukt (BIP) im 4.Quartal 2012 geschrumpft

Sta­tis­ti­sches Bun­desamt bestä­tigt: …Die deut­sche Wirt­schaft hat zum Jah­res­ende 2011 einen kleinen Dämpfer erhalten: Wie das Sta­tis­ti­sche Bun­desamt (Destatis) bereits in seiner Schnell­mel­dung vom 15. Februar 2012 mit­teilte, ging das Brut­to­in­lands­pro­dukt (BIP) – preis-, saison– und kalen­der­be­rei­nigt – im vierten Quartal 2011 nach vor­läu­figen Berech­nungen um 0,2 % im Ver­gleich zum Vor­quartal zurück….

Ent­gegen aller Erwar­tungen und Pro­gnosen Ein­zel­han­dels­um­satz im Dezember 2011 real um 0,9 % gesunken

(…Das Kon­sum­klima in Deutsch­land hat sich nach den jüngsten Daten der GfK trotz der euro­päi­schen Krise weiter ver­bes­sert. Der Wert des monat­lich von der GfK ermit­telten Kon­sum­kli­ma­index für November wurde von 5,3 auf 5,4 Punkte nach oben revi­diert. Für Dezember sagen die Markt­for­scher mit 5,6 Punkten den höchsten Wert seit Mai 2011 voraus…) war die Kauf­laune der Ver­brau­cher im Weih­nachts­ge­schäft 2011 ein­ge­trübt. Pres­se­mit­tei­lung Nr.035 vom 31.01.2012 Ein­zel­han­dels­um­satz im Dezember 2011 real um 0,9 % gesunken.

Viele Pro­gnosen hatten ein kräf­tiges Umsatz plus im Ein­zel­handel pro­gnos­ti­ziert. GfK-Studie: Ver­brau­cher sind in bester Stimmung

Pres­se­mit­tei­lung Nr.270 vom 19.07.2011 — Beschäf­ti­gungs­zu­wachs 2010 zu großen Teilen von Zeit­ar­beit getragen

2010 Abhängig Beschäf­tigte 30.904.000 Personen

2010 Nor­ma­ler­werbs­tä­tige 23.069.000 Personen

2010 Aty­pisch Beschäf­tigte 7.835.000 Personen

Die Zahl der aus­schließ­lich gering­fügig ent­lohnt Beschäf­tigten ist nach Hoch­rech­nungen der Bun­des­agentur für Arbeit im Juli auf 4,93 Mio, angestiegen.

Ent­wick­lung: ATY­PI­SCHE BESCHÄFTIGUNG

Der Job­motor brummt weiter, in den letzten Jahren wurde de Wert der Arbeit in Deutsch­land massiv ent­wertet. In 2011 ist die Zahl aty­pi­sche Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nisse, in Teil­zeit­stellen, , in Leih– und Zeit­ar­beit und in Mini­jobs weiter exor­bi­tant angestiegen.

ILO warnt vor Beschäf­ti­gungs­krise und sozialen Unruhen

Gering­ver­diener: Aus wenig wird weniger — Sie ver­dienen ohnehin nicht viel — und selbst das wird weniger. Gering­ver­diener müssen seit dem Jahr 2000 dras­ti­sche Lohein­bußen ein­ste­cken. Obwohl die Wirt­schaft wächst. Teil­weise haben sie bis zu 22 Pro­zent weniger in der Tasche, offen­bart jetzt eine Studie. … Seit dem Jahr 2000 betrugen die Lohn­ein­bußen zwi­schen 15,6 und 21,9 Pro­zent. Die Net­to­ein­kommen aller Beschäf­tigten gingen hin­gegen nur um 2,5 Pro­zent zurück.

Erstellt von Sybilla am 29.02.12

Jeder darf diesen Bericht unter Hin­weis auf die Autorin frei verwenden

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s