Guten Morgen Deutschland! Heute: wie der Globalisierungsadel seine deutschen Hausschweine schlachtet!

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Von ⋅ 28. Februar 2012

Dienstag, 28.2.2012. Eifel. Kürzlich hatte ich mir ja erlaubt, das Klimaproblem im Alleingang zu lösen. Das hat Spaß gemacht. Darum dachte ich heute morgen: hey, löse doch mal das Arbeitslosen/Leiharbeiter/Minijobberproblem. Das geht ganz einfach. Glaubt ihr nicht? Dann passt mal auf. Erstmal brauche ich von jedem der zehn Millionen Aussortierten hundert Euro. Nein, nicht geschenkt – nur für einen Tag geliehen. Damit gründen wir  eine Bank. Für einen Tag kommt das alles auf mein Konto, danach geht das sofort wieder zurück. Den Tag müsst ihr hungern – das geht nicht anders. Mit einer Tüte Reis müsste man das aber eigentlich hinkriegen können. Mit dem Eigenkapital von einer Milliarde Euro sind wir dann eine Bank. Die Bank leiht sich jetzt sofort Geld von der EZB – das gibt es ja für ein Prozent. Wieviel wir uns leihen? Nun – 100 Milliarden. Die Zinsen konnten wir ja bezahlen. Natürlich bezahlen wir nicht sofort, sondern später, der Politik ist das egal. Was machen wir mit dem Geld? Nun – wir geben es den Griechen. Die sind gerade nochmal herabgestuft worden, weiß nicht, was die gerade zahlen … auf jeden Fall ein vielfaches von einem Prozent. Jetzt geht der Spaß aber erstmal richtig los.

Erstmal kassieren wir von den Griechen die vier Prozent. Oder acht. Oder 17. Oder 25. Je schlechter es den Griechen geht – oder den Spaniern, Portugiesen, Italienern, Iren und was sich da sonst noch so anbietet, desto mehr Rendite müssen die bieten. Je mehr Rendite die bieten, umso weniger Geld haben sie für sich, umso mehr müssen sie neu aufnehmen – was sich ganz schlecht auf das Rating auswirkt, was die Sache wieder nochmal teurer macht. Wir haben jetzt also gerade unsere 25 Milliarden Zinsen im Sack … da machen wir den ganz großen Deal. Wir verkaufen einfach die 100 Milliarden Anleihen für Griechenland an die EZB. Das haben alle Banken so gemacht, weshalb die EZB momentan der größte Gläubiger ist. Immerhin – wenn die Griechen nicht mehr bezahlen können, dann hätten wir auch ein Problem.

Jetzt werden viele schon gierig werden, aber wir … leihen uns nochmal was. 1000 Milliarden. Kriegen wir locker, immerhin können wir die Zinsen jetzt noch leichter bezahlen. Dann schicken wir unser Goldjungs hinaus in die Welt, damit sie anderen die Kredite aufdrücken – man sieht, jetzt hat das Ein-Eifelphilosoph-Unternehmen schon einen Aussendienst und verkauft Gebrauchtwagen auf Pump. Uns egal … wir verdienen an allem, was auf Pump gekauft wird. Bei einem Kreditvolumen von 1000 Milliarden kassieren wir im Schnitt fünf bis- zehn Prozent Zinsen, das sind 50 – 100 Milliarden. 10 müssen wir abdrücken – als Zinsen für die EZB – von dem Rest finanzieren wir den deutschen Sozialstaat.

Cool, das?

Wir wären dann sogar “too-big-to-fail”.

Da kommt Freude auf. Wenn wir aber unsere minimal 40 Milliarden Euro jetzt noch durch Investmentfreaks “hebeln” lassen, dann können wir locker … das vierzigfache machen. Das heißt für uns: Hartz-IV-Regelsatz von 3000 Euro im Monat ist locker drin. 12000 gingen auch – mit etwas Organisation. Manager bekommen ihr Gehalt ja auch ohne Leistung und Arbeit – manchmal sogar durch puren Zufall.

War doch einfach, die Finanzierung des Sozialstaates, oder?

Immerhin: die Krisenbanken drucken jetzt ihre Anleihen selber, da kann man locker zugreifen: 263 Milliarden an Schrottpapieren liegen schon bei der EZB herum – und die drucken täglich neue! Nebenbei könnt ihr übrigens das kaputtsanierte Fachwerkhaus eurer Oma noch den “nationalen Eliten” aus den Südstaaten mit Riesenreibach verkaufen: die fliehen gerade aus ihrer Heimat und kaufen bei uns alles, was keine Anleihe ist.

Was wir uns deshalb merken müssen: bei denen wird es gerade ganz billig. Also: nichts wie hin! Häfen, Flughäfen, Häuser, Wohnungen: für den deutschen Arbeitslosen gibt es hier Obdach und niedrige Heizkosten. Man sollte eben manchmal auch an die Zukunft denken – erst recht, wenn man sie geschenkt bekommt.

Wir müssen auch was tun, da die Politik uns gerade den Boden unter den Füssen wegzieht:

“Das europäische Sozialmodell ist Vergangenheit!” Nie zuvor hat ein Zentralbanker so brutale Worte für die Krise gefunden, die uns alle ereilt. Am Freitag, den 24. Februar nahm Jean-Claude Trichets Nachfolger aus Italien, Mario Draghi, in einemInterview mit dem Wall Street Journal kein Blatt vor den Mund. Das, was er sagte, ist so heftig, dass es tatsächlich nur in der “Bibel” der Finanzwelt abgedruckt werden konnte. Selbst Jean-Claude Trichet hielt seine Zunge besser im Zaum, als er den EU-Bürgern erklären sollte, was sie erwartet.

Ihr seht also: wir müssen schon ein wenig rennen, oder? Der Mann weiß, wovon er spricht, immerhin hat er das System begriffen, mit dem ich euch gerade gerettet habe:

Mario Draghis Aussagen haben etwas Endgültiges: Versucht man, vor den ehrgeizigen Programmen zum Staatsschuldenabbau einen Rückzieher zu machen, wird das auf den Märkten sofort Folgen haben. Die Zinssätze, welche die Staaten zahlen müssen, würden in die Höhe schnellen, und die Sanierung der öffentlichen Haushalte noch schwieriger oder sogar unmöglich machen. Genau das ist Griechenland passiert und droht sich auch in Portugal, Spanien und Italien zu ereignen.

Der “Sozialstaat” ist ja nie ein himmlisches Füllhorn gewesen, das umsonst Reichtum spendet: wir zahlen alle täglich dafür ein – sogar Rentner und Arbeitslose werden durch die Mehrwertsteuer nochmal zur Kasse gebeten. Wir werden auch weiter einzahlen dürfen – nur bekommen das Geld nun andere: einfach mal genau hinschauen, was mit den Geldern der Griechenlandrettung wirklich geschieht. Thomas Fricke hat das in der FTD getan:

Wichtig ist dabei, dass vom zweiten Paket mit einer Summe von 130 Mrd. Euro nur 54,5 Mrd. Euro für den Staatshaushalt Athens bestimmt sind – 75,5 Mrd. Euro sind für die Bankrettung und die Abwicklung des Schuldentausches vorgesehen. Mit den Geldern aus dem ersten Paket, von denen 10 Mrd. Euro für die Bankenrettung reserviert sind (und 24,3 Mrd. Euro für den Haushalt), werden 85,5 Mrd. Euro oder mehr als Hälfte der 164,3 Mrd. Euro Hilfszusagen an Banken und Investoren zurückfließen.

Die 50 Mrd. Euro zur Bankenrettung sind notwendig, weil vor allem griechische Häuser sehr viel Geld in Staatsanleihen ihres Landes investiert haben (so um die 50 Mrd. Euro). Was mit dem Sozialversicherungsfonds passiert, der 30 Mrd. Euro an Staatsanleihen hält, ist noch unklar. Sollte ihm nicht geholfen werden, wäre es ein ungeheurer Skandal. Auch so wird bereits die Absurdität der Umschuldung deutlich: Von den 110 Mrd. Euro ursprünglicher Entlastung bleiben am Ende 24,5 Mrd. Euro übrig – das sind effektiv nur sieben Prozent der 355 Mrd. Euro Gesamtschulden.

Dem Sozialversicherungsfonds wird wahrscheinlich nicht geholfen werden. Warum ich mir da sicher bin? Ich kann lesen, zum Beispiel die Welt:

Amerikas Eliten haben mit ihresgleichen in London, Delhi, Berlin und Hongkong mehr gemein als mit den ungebildeten, zornigen Zukurzgekommenen in derselben Stadt.

Noch Anfang der 60er-Jahre kostete eine Villa für die Erfolgreichsten (nur) das Doppelte eines Durchschnittshauses, für den teuersten Wagen, einen Cadillac Eldorado, musste man in heutigem Geldwert 47.000 Dollar bezahlen.

Beide Träume lagen dem amerikanischen Arbeiter fern, doch sie waren vom selben Planeten. Von seinem Lohn konnte eine Familie mit zwei oder drei Kindern anständig leben, und sein Boss verdiente das 20-Fache, nicht das 400-Fache.

Das sollte man sich gleich zweimal durchlesen. Die “Eliten” haben untereinander mehr gemein, als sie mit den Bürgern ihres Landes gemein haben. Wir haben einen neuen Globalisierungsadel – und der hat die Qualtität, Feind der Menschheit zu werden, siehe Welt:

Im Straßenverkehr gelten Fahrer von „dicken Karren“ als rücksichtslos und dreist. Einer aktuellen Studie zufolge entspricht dieses Vorurteil tatsächlich der Realität. Reiche Menschen in teueren Autos verletzen die Verkehrsregeln eher als Fahrer von Mittelklassewagen.

Und noch mehr: Angehörige der Oberschicht lügen und mogeln der Untersuchung zufolge auch eher als Mitglieder unterer sozialer Schichten, berichten Wissenschaftler im Fachblatt „PNAS“. Ihre Begründung: Reiche Leute haben einfach eine positivere Einstellung zur Gier. Sie finden nichts dabei, sich zu nehmen, was sie haben wollen und verletzen dabei eher gängige Regeln und Moralvorstellungen.

Reichtum macht böse, kurz gesagt. Das ist halt so. Reichtum macht asozial, kriminell und bösartig – damit sollte man sich abfinden. Deshalb kann ich meinen Plan zur Rettung der Arbeitslosen gleich wieder einstecken: durch Reichtumsvermehrung würde ich mich selber nur der Volksverrohung schuldig machen. Das wäre nicht verantwortbar.

Wir haben aber trotzdem ein Problem: wir sind und bleiben die Hausschweine des Globalisierungsadels – gerade wir Deutschen. Für jene, die noch nie was mit Landwirtschaft zu tun haben: das Hausschwein ernährt man mit den Essenresten der Bauernfamilie. Es fühlt sich auch lange wohl dabei, immerhin hat es zu Essen, wird vor dem Wolf beschützt und kann sogar im Stall schlafen wenn es regnet.

Irgendwann aber kommt der Tag, da will der Bauer seine Investition ausbezahlt haben, ein Tag, der für das Schwein dann sehr blutig wird und äußerst hässlich endet. Als Kind durfte ich das miterleben – kein schöner Anblick. Bis zum letzten Moment sind die Tiere auch noch sehr zutraulich und wählen weiter SPD/CDU/CSU und Grüne (die FDP-Wähler haben gerade gelernt, das ihre Partei vom Metzger bezahlt wurde) – und dann hängen sie lange herum und bluten aus.

Das ist das, was uns geschehen wird. Die ersten Schnitte merken wir gerade an den Zapfsäulen … und steigenden Lebensmittelpreisen. 5% bei den Lielblingscornflakes meiner Kinder. Liter Super (Benzin wurde ja schon ganz abgeschafft) bei 1, 69. Kein Wunder das sogar die Banker in Deutschland in Krisenstimmung verfallen – es ist halt schlimmer, als die Presse uns erzählen darf. Europa hängt am Schlachthaken und blutet aus, der Globalisierungsadel will jetzt Fleisch sehen. Er will den ganz dicken Schinken, denn der Herr Sinn jetzt im Spiegel zufällig gefunden hat:

Solange die Währungsunion weiter besteht, ist das noch keine Katastrophe. Das Geld ist virtuell, es wird von den Notenbanken geschaffen, ohne dass es an anderer Stelle fehlt. Doch sobald ein Land austritt oder die Euro-Zone sogar ganz zerfällt, wird es brenzlig. “Wir sitzen in der Falle”, sagt Sinn. “Wenn der Euro zerbrechen sollte, haben wir eine Forderung von fast 500 Milliarden Euro an ein System, das es dann nicht mehr gibt.” 500 Milliarden Euro – das ist mehr als das anderthalbfache des Bundeshaushalts und deutlich mehr als alle Risiken, die alle Euro-Staaten zusammen bisher bei der Rettung der Währungsunion eingegangen sind.

Ja. So etwas findet man zufällig – und keiner will es hören. Auf einmal weiß man aber, warum die Politik kopflos wie ein geschlachtetes Huhn durch die Gegend rennt: man weiß, das der Kapitalismus gerade Europa frisst und hofft, noch schnell den Guttenberg machen zu können: ab in die USA und dort den “elder-statesman” spielen.

 
Und das alles nur, weil die Zentralbank Banken billiges Geld leiht, das die teuer weiterverkaufen: koste es, was es wolle.
 
Dabei wäre es so einfach, dagegen anzugehen: wir brauchen die Privatbanken eigentlich gar nicht. Wir brauchen eine Währungsreform, die den verseuchten Euro aus Europa herausschafft – und, wie es aussieht, brauchen wir auch regelmässige Psychotests bei Besserverdienenden. Sobald ihr Einkommen eine Höhe erreicht, das die geistige Gesundheit bzw. die moralische Integrität in Gefahr bringt: Geld wegnehmen und ab in die Anstalt: zur eigenen Sicherheit. Das scheint mir sinnvoller als eine Reichensteuer, die den Schlachthof im Prinzip weiter bestehen lässt und nur mehr Geld für die Aufseher bringt.
 
Zuvor brauchen wir aber eine eigene Presse, die die Hausschweine unabhängig von der Meinung des Bauern informiert.
 

Davor jedoch … wäre der erste nationale Kaufnixtag eine gute Gelegenheit, den Knechten das Globalisierungsadels zu zeigen, das sie ihren Schweinefrass behalten können. Wer weiß: vielleicht machen sie sich Sorgen um ihre “Rendite”, öffnen das Gatter … und wir können ganz schnell abhauen!

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