Guten Morgen Deutschland! Na, fit für den heiligen Krieg, ihr Flaschen aus dem Zwei-Kasten-Staat?

Den Eifelphilosoph sollte mann wirklich jeden Tag zweimal lesen!!!!! [Anm. d. Red.]

Quelle: Nachrichtenspiegel  http://www.nachrichtenspiegel.de/2012/02/29/guten-morgen-deutschland-na-fit-fur-den-heiligen-krieg-ihr-flaschen-aus-dem-zwei-kasten-staat/?utm_source=feedburner&utm_medium=email&utm_campaign=Feed%3A+NachrichtenspiegelOnline+%28Der+Nachrichtenspiegel%29

Von ⋅ 29. Februar 2012

Mittwoch, 29.2.2012. Ein seltener Tag. Kommt erst in vier Jahre wieder. Zeit, mal ein paar unbequeme Wahrheiten  zu sagen: ihr Deutschen seid Flaschen. Ihr seid weinerlich, wirklichkeitsfremd, bizarr, irrational und unglaublich dumm, “apokalyptische Spießer” sogar.  Nein, bitte nicht aufregen, das ist nicht meine Meinung, das habe ich heute in der Welt über Euch gelesen. Dabei habe ich etwas gelesen, das Euch allen da draussen so neu sein wird wie mir, ich zitiere:

Denn der Unmut über die Gegenwart wächst, fast unbemerkt, seit der Wiedervereinigung. Lebhaft debattiert wurde die Ostalgie, die Sehnsucht der Ostdeutschen nach ihrem untergegangenen Staat. Aber der Mauerfall beendete eben nicht nur die realsozialistische Spießerdiktatur, sondern auch die „BRD“. Kaum jemand sagte das je laut.

Da erklärt man in diesem Artikel all jene für verrückt, die gegen den Krieg in Afghanistan sind, gegen die Rente mit 97, gegen grassierende Staatsverschuldung zwecks Investmentrettung, gegen den real fortschreitenden Abbau der Menschenrechte in Deutschland, scheut sich aber nicht, so blöd zu sein, die Ursache jener “grassierenden Unzufriedenheit” zu benennen: das endgültige aber heimliche Ende der BRD. Heimlich? Ja, das steckt doch hinter der Floskel: “kaum jemand sagte das laut!”.   Ein Skandal eigentlich, das man den Deutschen ihr Land nahm, ohne sie zu fragen, ob sie es eigentlich hergeben wollten. Wusstet ihr da draussen, das Sozialhilfe einmal dazu da war, den Lebensstandard im Falle von Krankheit oder Arbeitslosigkeit nicht abfallen zu lassen, weil man sich bewusst war, das Demokratie auch Geld zum Leben braucht?

Heute ist das anders. Heute muss der Arbeitslose sein über zwanzig Jahre mühsam erspartes Vermögen aufbrauchen, bevor er Arbeitslosengeld zwei kriegt – und zwar genauso viel wie jemand, der noch nie einen Euro in das System eingezahlt hat. Welchem Wirtschaftsführer und Parteifunktionär würde man so etwas zumuten wollen? Welcher Banker hat je auch nur einen einzigen Euro aus seinem Privatvermögen zur Rettung seiner bewußt vor die Wand gefahrenen Pleitebank zahlen müssen? Welcher kläglich gescheiterte Bundespräsident musste schon mal auf seinen Ehrensold verzichten?

Früher waren wir auch anständiger. Früher hätten wir Hilfspakete nach Griechenland geschickt. Wir hätten sofort reagiert, wenn wir gehört hätten, das unsere europäischen Brüder und Schwestern hungern und frieren, ihre Babys Hilfsorganisationen übergeben müssen, weil sie selber nichts zu essen haben oder ihre Kinder im Schulunterricht hungrig von den Stühlen fallen. Wir hätten laut aufgeschrien, weil unsere Bildung es erlaubt hätte, zu merken, das die Armut Afrikas die Küsten Europas erreicht hat. Heute – schicken wir wieder Truppen, träumen von deutschen Gauleitern in Griechenland und mischen uns direkt in die Tarifautonomie und Sozialpolitik eines fremden Landes ein: Zustände, die zuletzt unter Hitler möglich waren. Nein, wirklich – einfach mal im Geschichtsbuch nachschauen oder den Opa fragen.

Man könnte meinen, das es ein Viertes Reich gibt – aber das ist nur ein Marionettentheater. Das kann man auch deutlich nachlesen, weiter in der Welt:

Was ausgeblendet wird: Im Ergebnis ist seit den 80ern ein ganz neues Land entstanden. Nur kommt das offenbar vielen vor wie ein Betriebsunfall. Dabei ist Deutschland im Jahr 2012 tatsächlich so erfolgreich, sicher und tolerant, wie schon sehr lange nicht mehr. Oder, wie der britische Historiker Timothy Garton-Ash, sagt: „Das beste Deutschland, das wir je hatten.“

“Das beste Deutschland, das WIR je hatten” – sagt ein Brite. Wenn der jetzt noch gesagt hätte, wen genau er mit “wir” meint, wären wir schon einen gewaltigen Schritt weiter.

Ich kann da helfen. Noch. Noch ist es erlaubt, das ein Altbürger einer heimlich still und leise gemeuchelten Demokratie von goldenen Zeiten erzählt, die Täter benennt – auch wenn man dafür von seinen neuen Herren mit Spott und Häme überschüttet wird. Ich hole auch gerne jemanden mit ins Boot – zum Beispiel den Herrn Jahnke, der erstmal mit der aktuellen Propaganda ehemaliger Nachrichtenmagazine aufräumt, die von starken Lohnsteigerungen für ganz Deutschland faseln, aber was anderes meinen:

Da wird gleich mehrfach getrickst. Erst im Kleingedruckten ist zu lesen, daß es sich um Angestellte von Multis handelt und daß die eigentlich Begünstigten die Führungskräfte dieser Unternehmen sind. Die meisten werden also nicht in den Genuß einer nominalen Steigerungsrate von erwarteten 2,9 % kommen. Außerdem wird dabei eine Inflationsrate von nur 1,3 % unterstellt. Derzeit aber liegt die Steigerung der Verbraucherpreise in Deutschland bei 2,1 % und die Ölpreise steigen gerade wieder einmal auf Rekordwerte.

Was also sollen solche lügenhaften Versprechungen, die der Spiegel dann auch noch enorm aufbauscht, anderes bewirken, als wieder einmal die Verbraucher zum Einkaufen zu animieren.

Früher war der Spiegel auch etwas anderes als ein Animationsblatt der Konzernwirtschaft. Sein Niedergang zeigt auch, wo man hinkommt, wenn man eine Wirtschaftsstruktur erlaubt, in der man wirklich alles und jeden kaufen kann – sogar Medien im Sechserpack.

Da wir gerade mal bei den Multis angelangt sind … lesen wir bei Herrn Jahnke doch einfach weiter:

Die Transnationalen Unternehmen (TNU) sind über riesige Netzwerke verbunden. Die beeinflussen sowohl den globalen Wettbewerb wie – wegen des hohen Anteils von Finanzinstitutionen in diesen Netzwerken – auch die Stabilität der Finanzmärkte. Jetzt wurde zum ersten Mal in einer Studie der Eidgenössischen Technische Hochschule Zürich, die alles andere als eine linke Kaderschmiede ist, die gesamte Architektur der internationalen Eigentümerschaft solcher Netzwerke untersucht. Im Ergebnis zeigt sich eine gigantische Stuktur, wobei ein großer Anteil der Kontrolle zu einem eng geknüpften Kern von finanziellen Institutionen fließt.

Das sind unsere neuen Herren. Hinter denen versteckt sich das “wir”, das der britische Historiker meint.

Die Spitzenakteure kontrollieren etwa zehnmal mehr, als ihrem Wertanteil entspricht. Noch konzentrierter ist die Kontrollmacht einer Gruppe von nur 147 TNUs, die vier Zehntel des Wertes aller TNUs der Welt halten und sich fast vollständig unter einander kontrollieren. Die 50 einflußreichsten sind Banken und Versicherer (mit Ausnahme einer Erdölgesellschaft). Die Auflistung des Kerns der Netzwerke zeigt, daß dazu viele der wirtschaftlichen Spitzenakteure zählen. Die betreiben also ihre Geschäft nicht in Isolation, sondern sind in einem extrem verwobenen Kontrollnetz verbunden.

Mit diesem Netz, dieser Marktmacht, kann man Griechenlandkrisen und Wiedervereinigungen steuern, wenn man will.

Wenn der neuzeitliche Kapitalismus so relativ krisenfest ist und auch von der verheerenden derzeitigen Krise nicht umgeworfen werden kann, so liegt das nicht zuletzt an der Bündelung der Interessen der Transnationalen Unternehmen. Sie betreiben eine Art von globaler Planwirtschaft, die nur noch teilweise nach den Spielregeln einer Marktwirtschaft im klassischen Sinne stattfindet. Sie haben über Parteispenden, Gewährung oder Verweigerung von Investitionen, Drohungen mit Verlagerung und andere Druckmittel einen enormen Einfluß auf die Politik und können bei schweren Verlusten auch noch deren Sozialisierung erzwingen, wie gerade wieder bei den Banken passiert. Sie tragen allerdings auch die Hauptverantwortung für ständige Steuersenkungen und Steuerflucht (z.B. über Gewinnverlagerung im Konzern) und die sich auch deswegen verbreitende öffentliche Armut sowie für die Auflösung des sozialen Zusammenhalts unserer Gesellschaft.

Früher hätten wir Altbürger dies im “Spiegel” lesen können – die “Tagesschau” hätte darauf hingewiesen, weil dieser “Konzernputsch” die größte Gefahr für die Erklärung der allgemeinen Menschenrechte ist, die wir seit Hitler erlebt haben. Heute sind Leitmedien zur Konsumanimation degeneriert: Deutschlandallessupertoll – sofort kaufen!

Wer verdient  an dem sinnlosen und hemmungslosen Konsum? Die “internationale Familie”, die Griechenland schon bei den Olympischen Spielen 12 Milliarden Euro Schulden aufgehalst hat, die Konzerne, die mit Merkels Hilfe Griechenland unsere Gebrauchtwaffen aufdrücken, ihre Schulden bequem über vom Steuerzahler finanzierte “Bad Banks” entsorgen und uns “Unterbürger” mit ihren Schlafmitteln das Leben rauben. Ja, das sind wir “Normalen”, die nicht mit Hilfe von Netzwerken in den Olymp der Konzernhierarchie aufsteigen konnten, wir “Unterbürger”, die von den Oberbürgern in Medien, Politik und Konzernen als Feinde betrachtet werden, wenn wir mal unsere Meinung kundtun wollen: schnell werden Volksabstimmungen zum “gefährlichen Spiel”, der Ruf nach einer Steuer für Konzernbüttel wird von der gleichen Zeitung als Angstgemälde an die Wand gemalt, die sich noch zuvor über die deutsche “bizarre” Ängstlichkeit amüsiert hatte.

Das ist das neue Deutschland, unser neues Zwei-Kasten-System. Oberbürger und Unterbürger. Der eine kriegt Rekordboni dank Milliardensubventionen, der andere kriegt Hartz IV. Worauf sich diese Flaschen aus dem zwei-Kasten-Staat noch einrichten dürfen, ist ein neuer heiliger Krieg. Den braucht das Konzerngeflecht zum großflächigen Unterbürgerabbau, zur weitflächigen Destabilisierung des demokratischen Grundgedankens und – wie üblich – um wieder mal einen Riesenreibach zu machen. Der ist auch aktuell schon ausgerufen worden … nur wird darüber ebenso wenig berichtet wie über die Vernichtung der BRD. Das Handelsblatt erwähnt ihn kurz:

USA und Südkorea haben ein gemeinsames Militärmanöver gestartet. Nordkorea verurteilt das als „stille Kriegserklärung“ und ruft einen „Heiligen Krieg“ aus.

Ratet mal, wer da an vorderster Front mitkämpfen darf, wer von jenen “wir” ganz nach vorne geschickt wird, weil wir “das beste Deutschland sind, das sie je hatten” – vor allem, wenn es endlich gegen das eigentliche Reich des Bösen geht, das sich anmaßt, viel zu viele Rohstoffe zu kaufen und viel zu viel Gewinn zu machen, der nicht in Konzernkassen fließt.

Früher hätten wir gegen solche sinnlosen und provokanten Aktionen der USA protestiert – man reizt keinen bissigen, halbverhungerten Hund, der nichts mehr zu verlieren hat. Heute warten wir auf den Einberufungsbefehl, um endlich mitmachen zu dürfen.

Also – ich persönlich finde schon, das man Bürgern, die in ihrer Schulzeit noch im Sinne der “Selbstverwirklichung in sozialer Verantwortung” erzogen worden sind, nachsehen kann, wenn sie sich etwas darüber wundern, das sie auf einmal “Fremdverwirklichung in asozialer Selbstzerfleischung” üben sollen.

Vor allem, wenn einem keiner offziell sagt, das “wir” jetzt ganz offiziell im Besitz von “anderen” sind: aber immerhin die besten Flaschen, die sie je hatten.

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