Nexus-Interview mit Douglas Dietrich: Die Wahrheit über die letzten 70 Jahre

Quelle: der Honigmann sagt…

http://derhonigmannsagt.wordpress.com/2012/06/04/nexus-interview-mit-douglas-dietrich-die-wahrheit-uber-die-letzten-70-jahre/

4. Juni 2012 von honigmann

Die Sieger schreiben Geschichte, indem sie Fakten verschwinden lassen, die nicht mehr ins Bild passen. Douglas Dietrich war Bibliothekar des US-Verteidigungsministeriums, zuständig für die Vernichtung brisanter Akten in der Presidio Militärbasis in San Francisco. Jetzt öffnet er seine Notizen und gibt damit erstaunliche Einblicke in die vertuschte Vergangenheit Amerikas und der Welt. Im Interview mit Thomas Kirschner enthüllt Douglas Dietrich die verborgene Geschichte des Zweiten Weltkriegs – unter anderem, dass Deutschland und Japan die ersten Staaten waren, die Atombomben bauten … und sie auch einsetzten.

Thomas Kirschner (TK): Wie kam es, dass Sie schon in jungen Jahren mit der Vernichtung geheimer Militärakten betraut waren?

Douglas Dietrich (DD): In der Highschool wollte ich eine Berufsausbildung machen und besuchte daher einen Elektronikkurs, aber unsere Lehrer waren total rückwärtsgewandt. Sie waren ehemalige Ingenieure der US Navy und erzählten dauernd was von Vakuumröhren und darüber, dass Computer immer größer werden und irgendwann ganze Häuserblocks füllen würden. Das war ziemlich lächerlich – so, als wäre man in dem Sciencefiction-Film Brazil eingesperrt …

Auf jeden Fall stieg ich dann auf eine Ausbildung in gewerblicher Illustration um. Während meiner Zeit an dieser Schule arbeitete dort eine albanische Sekretärin, die nebenbei fürs Verteidigungsministerium bei Radio Free Europe in den USA tätig war, von wo aus Sendungen hinter den Eisernen Vorhang, nach Albanien, ausgestrahlt wurden. Dank dieser Frau wusste ich, dass die Bibliothek des Verteidigungsministeriums für den Militärstützpunkt Presidio in San Francisco einen Bibliotheksassistenten suchte.

Da mein Vater Militärangehöriger war, hatte ich als direkter Verwandter gewisse Privilegien, darunter auch einen Zugang zum Presidio-Stützpunkt, wo ich zum Beispiel in den PX-Läden einkaufen konnte. Also bekam ich auch den Job in der Bibliothek, wo ich mit 16 Jahren anfing, Bücher in die Regale einzuschlichten. Und dabei erfuhr ich nach und nach immer mehr. Die meisten Menschen auf der Welt oder auch in den USA wissen nicht, dass die „Top Secret“-Freigabe eigentlich die niedrigste Sicherheitsfreigabe der Vereinigten Staaten ist. Darüber gibt es jede Menge durch Zahlen und Buchstaben gekennzeichnete Freigaben. Der amerikanische Präsident hat einen relativ niedrigen Zugang, weil er das Land nur vier bis acht Jahre anführt; es gibt etliche Leute, die mehr erfahren dürfen als er …

TK: Wie lauten denn beispielsweise andere Sicherheitsfreigaben?

DD: Das sind nur Zahlen und Buchstaben, ohne besondere Bedeutung – Kennzeichnungen wie A7 oder B9. Wenn man in einer bestimmten Kategorie ist, bekommt man Zugang zu immer geheimeren Geheimnissen. Das US-Verteidigungsministerium ist eine zivile Organisation, obwohl es gemeinsam mit dem Präsidenten das Militär leitet. Und ich arbeitete als Zivilperson auf einem Militärstützpunkt – noch dazu auf einem besonders bedeutenden, weil in Presidio die Vereinten Nationen gegründet wurden, nur drei Wochen und drei Tage nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor. Präsident Roosevelt rief die UN mit ihren ursprünglich fünf Ratsmitgliedern – darunter auch Nationalchina – ins Leben. Das ist deswegen wichtig, weil ich in Taiwan zur Welt gekommen bin, wo sich Nationalchina nach Entstehung der Volksrepublik praktisch neu gründete.

TK: Aber Sie sind amerikanischer Bürger, oder nicht?

DD: Richtig. Ich wurde zwar in Taiwan geboren, aber mein Vater gehörte dem US-Militär an, also war ich automatisch amerikanischer Staatsbürger. Und da ich Sohn eines US-Soldaten war, mit allen Privilegien, durfte ich auch für die Regierung arbeiten. Als normaler Einwanderer hätte ich damit Probleme gehabt. Eine meiner Hauptaufgaben als Militärbibliothekar war Aktenvernichtung – und bei dem, was ich da sah, begann ich mich auch sehr für Geschichte zu interessieren.

Das liegt natürlich auch daran, dass meine Mutter Asiatin war und dass Asiaten in den USA lange Zeit als feindliche Ausländer galten. Amerikaner können Japaner, Chinesen, Vietnamesen, Taiwaner und Koreaner nicht auseinanderhalten; für sie sehen Asiaten alle gleich aus. Die US-Regierung erklärte alle Menschen aus dem Asien-Pazifik-Raum, sowohl von den Inseln als auch vom Festland, zu feindlichen Ausländern, die ein GI nicht heiraten durfte. Das änderte sich erst, als am 8. September 1951 der Friedensvertrag zwischen den Allierten und Japan unterzeichnet wurde und mehrere tausend Menschen – Offiziere und einfache Soldaten, die im Ausland asiatische Frauen heiraten wollten – eine Sammelklage gegen das Militär einreichten. Der Oberste Gerichtshof der Vereinigen Staaten hob diese Bestimmung dann als verfassungwidrig auf.

Bis zum Abschluss des Friedensvertrags befanden sich Japan und die Vereinigten Staaten im Kriegszustand; im Falle Deutschlands dauerte der noch um einiges länger an. Die Vereinten Nationen, gegründet im Militärstützpunkt Presidio, waren also eine Kriegsorganisation. In Artikel 42 ihrer Charta – also dem Dokument, das sie statt einer Verfassung haben – ist eindeutig festgehalten, dass sie eine Kriegsorganisation sind, die die Einsätze aller Partisanen- oder Widerstandsarmeen in den von den Achsenmächten besetzten Ländern koordinieren soll. Widerstandskämpfer, die irgendwo zwischen Dänemark und den Philippinen gegen die Achsenmächte kämpften, sollten von den Vereinten Nationen koordiniert und mit Nachschub versorgt werden.

Sowohl der Zweite Weltkrieg als auch die Atlantikschlacht und der Pazifikkrieg waren Teil der UN-Kriegsanstrengungen gegen die Achsenmächte. Der Presidio-Stützpunkt war das Kommandozentrum des Westens, von dem aus alle amerikanischen Aktivitäten im Pazifikkrieg geleitet wurden, ebenso wie im Krieg auf den Philippinen, im Vietnam- und Koreakrieg oder in den südamerikanischen Staaten, die am Pazifik liegen. Der Militärstützpunkt Presidio war so etwas wie das Pentagon der Vereinten Nationen. Als die Feindseligkeiten 1945 ein Ende hatten, wurden die UN als Friedensorganisation etabliert, mit einer Friedensniederlassung in New York, aber der militärische Arm der UN war lange vorher in San Francisco eingerichtet worden und sollte auch noch viele Jahre dort bleiben.

Aus diesem Grund hatte ich bei meiner Arbeit viel mit den Militärdokumenten der Vereinten Nationen zu tun, was meine Weltsicht entscheidend verändert hat. Man kann das übrigens alles leicht im Internet nachprüfen – es gibt beispielsweise eine UN-Kriegsflagge, die unter dem Namen „United Nations Honor Flag“ (UN-Ehrenflagge) bekannt ist und einfach aus vier roten Streifen auf weißem Grund besteht; die Streifen sollen die „vier Freiheiten“ von Franklin Roosevelt repräsentieren. Die Flagge war bis 1948 oder 1949 im Einsatz, je nach Internet-Quelle. Manche glauben auch, dass sie bis kurz vor dem Friedensschluss zwischen Japan und Amerika im Einsatz war, weil die UN bis dahin ja noch im Krieg mit Japan standen.

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Gruß

Der Honigmann

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