Liquiditäts-Engpass: Italien hat EZB-Kredite schon verbraucht

Quelle: Deutsche Mittelstandsnachrichten

http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2012/06/43383/

  |  Veröffentlicht: 06.06.12, 00:28  |  Aktualisiert: 06.06.12, 00:58 |  93 Kommentare

Die italienische Banken haben ihren Anteil an den EZB-Tendern bereits ausgegeben. Nun können sie keine Staatsanleihen mehr kaufen. Die Zinsen für die Anleihen könnten deshalb stark steigen.

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Italien hat sich bei der Europäischen Zentralbank insgesamt 114 Milliarden Euro geliehen. Nun ist die Liquidität, die italienische Banken bei den beiden Tendern abgerufen haben, aufgebraucht. Der weltweit größte Hedgefonds, Bridgewater, hat eine Aufstellung erstellt, wofür die Banken die Mittel der EZB verwendet haben. Demnach verfügen sie über keine Liquidität aus den Tendern mehr und mussten bereits 48 Milliarden Euro aus anderen Quellen aufwenden.

Mario Monti muss mit Schwierigkeiten rechnen: Seine Banken könnten im Moment keine Staatsanleihen kaufen. (Foto: Presidenza della Repubblica)

Mario Monti muss mit Schwierigkeiten rechnen: Seine Banken könnten im Moment keine Staatsanleihen kaufen. (Foto: Presidenza della Repubblica)

Bridgewater geht davon aus, dass die Banken seit der ersten Liquiditätsspritze durch die EZB im vergangenen Dezember 73 Milliarden Euro für Staatsanleihen ausgegeben haben. Für 26 Milliarden Euro wurden sonstige Anleihen gekauft. Um Verbindlichkeiten bei anderen Banken und durch Anleihen zu erfüllen, mussten 63 Milliarden Euro aufgewandt werden.

Weil italienische Banken über keine zusätzliche Liquidität mehr verfügen, rechnen Beobachter damit, dass die Zinsen für italienische Staatsanleihen schon bald stark steigen werden. Mit der Hilfe der EZB konnte die Nachfrage nach Staatsanleihen so stark angekurbelt werden, dass auch die Zinsen gesunken waren. Dies könnte nun vorbei sein und Italien vor ein ernstes Finanzierungsproblem stellen.

Beim letzten Mal, als die Zinsen stark anstiegen, konnten die Märkte nur noch mit einem Rücktritt des damaligen Premiers, Silvio Berlusconi, beruhigt werden. Bei Mario Monti dürfte sich dieser Effekt allerdings in Grenzen halten.

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