Der Goldmann sagt … Die Euro-Bombe und der Goldpreis

Quelle: Format.at
hartgeld.com 03.06.2012 10:57 Uhr

Gold als letzte Zuflucht bei Währungskrisen wird „unschädlich“ gemacht.

Allen wirtschaftsorientierten Lesern dürfte inzwischen klar sein, dass der Euro sozusagen in seinen letzten Zügen liegt. Die Kapitalflucht aus den Euro-Südstaaten hat massive Ausmasse angenommen, der Euro sinkt gegenüber dem Dollar. Warum steigt der Goldpreis aber nicht massiv an?

Gold ist Geld: Seit mindestens 3000 Jahren werden Gold und Silber als Wertaufbewahrungs- und Tauschmittel, also als Geld benützt. Das galt in Europa bis 1914, in den USA bis 1933. Der Wert des Geldes war also im Geld selbst drinnen, das in Form von Gold- und Silbermünzen zirkulierte. Alternativ gab es auch Geldscheine, die auf Wunsch in Gold- und Silbermünzen umgetauscht wurden. In Österreich gab es bis 1973 Umlaufmünzen in Silber, die 5 und 10 Schilling-Münzen. Heute gibt es nur mehr Geldscheine aus Papier und Münzen aus billigen Metallen. Der Wert dieses Geldes besteht nur darin, dass die Menschen ihm einen Wert zumessen. Real ist Geld aber wertlos.
Papiergeld ist wertlos: Wenn wir uns ansehen, was etwa hinter spanischen Staatsanleihen steckt: das Zahlungsversprechen eines Staates, der gerade pleite geht. Bei Griechenland haben wir es mit dem Schuldenschnitt vor einigen Monaten gesehen: diese Schulden können vom Schuldner einseitig gekürzt werden, wenn dieser nicht mehr zahlen kann.
Genau solche Schrottpapiere, oder noch Schlimmeres, wie die Transferrechte auf spanische Fussballprofis werden derzeit von den Banken als „Pfand“ für neue Euros bei der Europäischen Zentralbank (EZB) hinterlegt. In Wirklichkeit wird hemmungslos Geld gedruckt, das sichtbar wertlos ist. Warum geht das noch? Weil die Konkurrenz, das Gold, ausgeschaltet wird. Denn sonst würden die Massen aus dem Euro und anderen Währungen in das alte Geld, das Gold flüchten.
Goldpreisdrückung: Über Derivate (Futures) oder Verkäufe von geliehenem Gold wird aktuell der Goldpreis gedrückt, damit Gold nicht als Fluchtort für Kapitalflüchtige angesehen wird. Gold und Silber erfahren diese Behandlung, die anderen Rohstoffe nicht, da sie kein Geld sind. So titelt etwa das Handelsblatt: „Gold ist keine Krisenwährung mehr“. Als der Goldpreis über $1800 je Unze stand, kannte die Euphorie der Medien für Gold als Krisenwährung keine Grenzen. Einfach durch Preismanipulation kann man die Medien und die Meinung der Anleger verändern. Man will sie vom Gold fernhalten.
Das geht natürlich nur so lange Gold zu dem niedrigen Preis an die Käufer ausgeliefert werden kann. Falls das nicht mehr gelingt, steigt der Preis automatisch stark an, dann wollen alle hinein. Im Hintergrund decken sich derzeit das „Smart Money“ und auch einige nicht-westliche Zentralbanken stark mit Gold ein – die wissen noch, was eine Krisenwährung ist. Sobald der Goldpreis nicht mehr tief gehalten werden kann, ist es vorbei mit dem Euro und den anderen Papiergeldern, hinter denen kein Wert steht. Das kann jeden Tag geschehen. Dann wird Gold wieder Geld.
Der Autor: Walter K. Eichelburg ist studierter Informatiker und betreibt mit www.hartgeld.com das erfolgreichste deutschsprachige Special-Interest-Webportal zu den Themen Gold, Edelmetalle und Krisenvorsorge. Er ist selbst langjähriger Investor und gibt auf diesem Weg sein Wissen weiter. Er ist Autor zahlreicher Artikel über technische und Finanzthemen.

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