Die 1. Phase der Deökonomisierung – oder: Schmeißt die Pfeifen doch raus!

Quelle: BlogBasta

http://bloggbuster.blog.de/2012/06/20/1-phase-deoekonomisierung-schmeisst-pfeifen-raus-13907517/

vonGeruede@2012-06-20 – 12:33:38

 

Anfangs waren alle überglücklich gewesen, als sich der sogenannte Berufsstand der Betriebs- und Volkswirtschaftler gebildet hatte; war doch nun Raum entstanden für all jene unbegabten Besserwisser, mit denen niemand zuvor so recht etwas anzufangen gewusst hatte. Nun aber waren sie versorgt, untergebracht und konnten endlich in aller Ruhe ihren Rechenaufgaben nachgehen. Und niemand störte sich daran. Denn damals gaben sie sich im Allgemeinen noch demütig und dankbar, dass ihnen das Glück dieser neuartigen Nische zuteil geworden war. Doch die Zeit und ihre Bequemlichkeiten sind ein schlechter Partner, wenn es gilt, in dankbarer Demut mucksmäuschenstill bis zum letzten Einschlafen auszuharren. Man gab sich mit einem Male selbstsicherer, spielte schließlich auf Unentbehrlichkeit und gewann. Nach und nach setzte so eine verstärkte Ökonomisierung der Gesellschaft ein und bis heute wurden beinahe alle Bereiche dem Gemeinwohl entzogen, um in gewinnorientierte Unternehmen   verwandelt zu werden. Der Bürger, Patient und dergleichen Kunden spüren dies letztlich an steigenden Kosten und sinkenden und mit unter sogar stinkenden Serviceleistungen. Da rumort es. Was den hochgesteckten Renditezielen nicht entsprechen kann, wird dem Gemeinwohl übereignet, denn Kosten scheut der Betriebswirtschaftler wie der Erzdämon das weise Licht. Aber auch im Bereich der Unternehmen haben sich die BWLer und VWLer mittlerweile in die Unbeliebtheitsnesseln gesetzt. Da sie nun streng genommen nichts von den realen Arbeitsvorgängen verstehen, denn sie haben ja nichts Anständiges gelernt, jedoch im Rahmen ihrer aberwitzigen Tätigkeit denen Bescheid geben müssen, die die ganze eigentliche Arbeit verrichten, stoßen sie mehr und mehr auf Ablehnung, die hier im Osten bis tief in den Bereich der Verachtung reichen kann. Da nun der Druck der Ökonomisierung auf das Individuum stetig erhöht wird, ist es naturgemäß nur eine Frage der Zeit, bis der sprichwörtliche Ökonomisierungstropfen das gesellschaftliche Fass des Zumutbaren zum Überlaufen bringen und hässliche Hexenjagden nach sich ziehen wird. Um dieser gräßlichen Aussicht rechtzeitig begegnen zu können, ist es nun an der Zeit das groteske, fratzenhafte Rad der Ökonomisierung zurückzudrehen. Wie es einst dem Raubritter, später dann dem Kanonengießer, dem Pferdeknecht, dem Spitzenweber, dem Fahrkartenverkäufer und vielen vielen anderen Berufsständen ergangen ist, so soll es auch dem Betriebs- und Volkswirtschaftler ergehen. Er soll ersetzt werden durch ein Heer vernetzter Pentium II – Rechner, die in der Anschaffung und Haltung weitaus kostengünstiger als der gemeine -wirtschaftler ausfallen und dabei noch schneller und vor allem fehlerfrei Rechnen können. Da nun demnächst zig tausend Volks- und Betriebswirtschaftler den freien Arbeitsmarkt stürmen werden, aber lediglich für einfachere Arbeiten als tauglich gelten, wird ein aufwendiges Programm zur Deökonomisierung und Umschulung notwendig werden. Bei der Frage nach dem Ziel einer Umschulung eines derart hartnäckigen Klientels denke ich sofort an die fehlenden 10.000 Biobauernhöfe, die dieses Land dringend benötigt, um dem heimischen Bedarf an biologisch hergestellten Lebensmitteln gerecht werden zu können. Dies ist alles lediglich eine Frage der gesellschaftlichen Flexibilität, welche allein der gesellschaftlichen Notwendigkeit dienlich sein soll.

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