Das „Amuse-Geule“ ist serviert: Auf geht’s in die EUdSSR! (Teil 1)

Quelle: The Intelligence

http://www.theintelligence.de/index.php/politik/eu-europaeische-union/4626-das-amuse-geule-ist-serviert-auf-gehts-in-die-eudssr-teil-1-.html

03. 07. 2012 | Von: Otmar Pregetter |

Die Waffen und Konflikte sind egal. Es geht nur um die Schulden. Man beherrscht die Staaten und Regierungen, ohne einen Schuss abzugeben. Wer die Schulden kontrolliert, kontrolliert einfach alles. Das ist das Geschäft der Banken“ antwortete der Bankchef auf die Frage des Ermittlers (Clive Owen), wieso die Bank Waffenkäufe in Millionenhöhe finanziere, gleichwohl diese keine Konflikte lösen – eher aber verstärken. („The International“ – ein Film über die Bankmafia).

Freitag der 13. Juni 2012 … pardon, es war natürlich der 29. Juni 2012. Trotzdem – das Datum bitte merken! Genau die Szenen, die im Film „The International“ beschrieben werden, ereigneten sich beim Treffen der EU-Troika (oder doch EU-Quartil, oder EU 27, oder eh nur der EURO-17?): Die Bevölkerung wurde über die Staats-Schulden an die Gläubiger „ausgeliefert“!

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Die „Übergabe“ der (zukünftigen) Steuereinnahmen der Euroländer an die Banken (via ESM) fand in einer bis ins kleinste Detail vorbereiteten Nacht-und-Nebel-Aktion statt, bei der die „eiserne Lady“, Thatcher … ähm Merkel ein bisserl vorgeführt wurde. Ohne die, zuvor geplante, Zwischenschaltung der Staaten, werden diese neuen Milliarden/Billionen Euro für die Banken nicht in die Schulden (für den Stabilitätsmechanismus) eingerechnet, gleichwohl die Haftung bei den Staaten bleibt. Anders gesagt: man lügt sich – wie bei den „getürkten Ziffern“ der Griechen – in den eigenen Sack! Aber in Sachen „Creative Book-Keeping“ war Brüssel noch nie schüchtern.

Die Banken werden zum x-ten Male gerettet – NUR haben sie dieses Mal DIREKTEN Zugriff auf die Steuergelder aller Länder, die den ESM (Europäischen Stabilitätsmechanismus) unterschreiben werden! Die Propagandamaschinerie – von den per Gesetz zur „Objektivität“ verpflichteten TV-Anstalten bis hin zu den X Zwischengesellschaften im Besitz der Banken stehenden „Qualitätszeitungen“ – machen einen hervorragenden Job: Chapeau! Mit den Begriffen „Rettungspaket“ „Stabilitätsbonds“ usw., die einer Feinstaublawine gleich überall und rund um die Uhr der Bevölkerung eingemeißelt werden, soll ein Hauch von Durchblick vermittelt werden. Und DAS seit fast fünf Jahren und fast 20 (!) EU-Gipfeln – egal mit welchen „Hampelmännern und Strippenfrauen“.

Obwohl unter den Schlüsselwörtern „GELD AUS DEM NICHTS“ bei Google ca. 108 Millionen (!) Zugriffe zu verzeichnen sind, als auch das Thema nicht nur hier bei The Intelligence sondern auch in den kritischen Tagesmedien professionell und verständlich abgehandelt wurde, agieren die gewählten Mandatare nach wie vor, als hätten sie noch nie davon gehört.

Fazit: MINUS (Schulden) + MINUS (Schulden) = nicht gleich „Rettung“!

Riskieren wir einen Blick hinter die Kulissen

Während die ersten beiden Grafiken die entscheidenden Fragen stellen … die die Politik nicht zu antworten bereit ist, erklären die anderen beiden Abbildungen, die „politische Ignoranz und Untätigkeit“ und den wahren Grund dieser Billionen Euro-Pakete: den IRR-realen Umschuldungsbedarf der Finanzinstitute.

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Mal ehrlich: Wenn Sie der Boss der Deutschen Bank wären (mal abgesehen vom Millionen-Bonus den Sie dafür einsacken), würden Sie auch nichts unversucht lassen, dass Sie bei den aushaftenden Schulden keine Verluste erleiden, nicht wahr? Und wie hoch die kommenden „Rettungsschirme“, „Stabilitätspölsterchen“ – besser aber „Sklaven- und Enteignungsprogramme“! – sein werden, lässt uns die Abbildung der Fälligkeit der Anleihen nur erahnen, da darin die NEU-Verschuldung NICHT enthalten ist – you understand?

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Also – ich hoffe es ist mir gelungen Ihnen auf die Schnelle klar zu machen, unter welch immensem Druck unsere Volksvertreter stehen. Ich meine jene, die wirklich wissen, was los ist … und nicht jene, die es sich längst „gerichtet“ haben und von der Außenwelt abgekoppelt dahin vegetieren. Die Letzteren (Ausnahmen bestätigen die Regel) überfrachten uns via TV-Anstalt mit ihren Maschinengewehrsalven an herbeigezauberten und eingeimpften Begriffen, wie „Fiskalunion, Bankenunion, Solidarität – und JA, auch Frieden“ (?). Sie dummbeuteln die Menschen nieder.

Angesichts dieser Götterdämmerung über die wahren Hintergründe – es geht ja NUR darum, das Vermögen und damit die Zinszahlungen der Reichen und des Geldadels so lang wie möglich zu „stabilisieren“ (deswegen ist dies auch der Lieblingsbegriff der EU-Nomenklatura) – ist die Einschätzung von Madame Lagarde, der Euro hält noch drei Monate, ziemlich realistisch. Ungeachtet dieser risikobehafteten Prognose wird uns allen wohl nichts anderes übrig bleiben, als uns das inkohärente Gestammel der Brüsseler Bürokraten und deren nationaler Trabanten anzuhören.

„It is difficult to get a man to understand something – when his job depends on NOT understandig it“! (Upton Sinclair)

Ich möchte hier ein öffentliches Geständnis ablegen: Ich bewundere die Banker – sehr! Mir würde es unheimlich schwer fallen, von Montag bis Donnerstag vor den sich „prostituierenden“ Journalisten der Marke Mainstream, das Hohelied der freien Märkte in allen Tonlagen zu trällern – um sich danach am Freitag beim Staat einzuschleimen und das Geld zum Überleben abzuholen! Wie sagen Sie: Das sei nichts Neues? Stimmt! Neu ist, (für mich) nur, mit welcher Chuzpe sie, wie beim Lotto, ihre nicht gewonnen Jackpots abholen – oder abholen lassen. Andererseits ist es ein simples Geschäft, weil sich – ähnlich dem „Straßenstrich“ – so viele Boten aus der Politik anbieten, die einfach nur gierig sind. Und dies meine ich nicht nur … körperlich. Ja, ich weiß, dies ist eine wirklich bösartige Unterstellung und ich nehme sie auch sofort in meiner „Ungustl-Vermutung“, pardon es heißt korrekt Unschuldsvermutung, zurück. Tut mir leid.

Exkurs: Zinsbetrug in zig-Milliarden-Höhe durch Banken – eine BOMBE!

Der Britische Bankenverband (BBA) prüft, ob es beim Referenzzinssatz Libor (London Interbank Offered Rate), dem wichtigsten Zinssatz im internationalen Interbankengeschäft, zu Manipulationen gekommen ist. Die Behörde veröffentlicht diesen Zinssatz, der von vielen Finanzinstituten als Basiszins für Wertpapiere im Volumen von 350.000 Mrd. (!) Dollar betrachtet wird. Auch die Kreditkonditionen von z.B. Hypothekendarlehen von Normalbürgern wie sie und ich, die auch per Kreditkarten einkaufen oder schnell einen Kredit für ein Auto aufnehmen, sind davon betroffen. Erst vor ein paar Tagen wurde das renommierte britische Kreditinstitut Barclays vom US-Justizministerium zu einer Strafe von 451 Mio. Dollar wegen Manipulation von 2005-09 verurteilt!

451 Mio. US-Dollar Strafe für Zinsmanipulation? Ein Klacks!

Rechnen wir kurz Daumen mal Pi:

– bei einem durchschnittlichen Kreditobligo(ausleihungen) von 1000 Mrd. Pfund (2005-2009)

– und einem „Zinsgewinn“ von 1 % = 10 Mrd. Pfund/Jahr = 50 Mrd. für fünf Jahre macht die Strafe durch BETRUG gerade mal 1 % ( ! ) aus.

Ich bitte sie,.bei solchen „Peanuts“ (die Boni sind ja längst verkonsumiert) kann die öffentliche Entrüstung darüber wirklich nur von geizigen Neidern geschürt worden sein. Ich kann daher die Absage der “Bankerparty“ durch den Bankverbandsvorsitzenden mit den Worten “Wir bedauern die kurzfristige Absage, aber unsere Branche muss stark und intensiv über ihr kollektives Verhalten nachdenken“, nicht nachvollziehen – und sie? Bleibt die Frage offen, ob Justitia auch gegen die insgesamt 18 Banken (darunter so klingende Namen wie z.B. Citigroup, Royal Bank of Scotland, UBS und natürlich die Deutsche Bank) mit solch drakonischen Strafen vorgehen wird?

Wie bitte? Sie wissen nicht, was dies mit dem ESM zu tun hat?

Ganz einfach: wenn all diese Banken, die über Jahre alle Konsumenten über ihre gefälschten Zinsangaben betrogen haben, nun auch noch (wer von den „gekauften“ EU-Bürokraten weiß denn schon wie viel „toxische Papiere“ in den Bilanzen dieser Profitmaschinen schlummern?) über die Steuern aller EU-Bürger re-kapitalisiert werden sollen, dann bin ich für eine „Revolution“: Eher früher als später.

Frau Merkel und die „Wirtschaft“: Manche lernen es NIE!

Ja – ich weiß ich bin kritisch, was Frau Merkel betrifft – und dies mein ich persönlich und gar nicht oberflächlich! Nach dem Ringen um Lösungen bis zum Morgengrauen schwang sie sich am Freitag zur Regierungserklärung auf (wohl um die blökenden Schafe zusammen zu trommeln). Nein – ich will Sie nicht mit den Worthülsen, deren Verfallsdatum im Januar 2009 liegen, langweilen, sehr wohl aber will ich eine kleine Passage dieser Ansprache herausgreifen, nämlich Ihre Ausführungen zu Portugal:

„Vieles ist schon auf den Weg gebracht worden, erste Erfolge sind in einer Reihe (?) von Mitgliedstaaten zu verzeichnen. Dies gilt insbesondere für die Programmländer Irland und Portugal, die eindrucksvoll bestätigen, wie der Ansatz aus Konsolidierung und Strukturreformen flankiert durch solidarische europäische Unterstützung gelingen kann.“

So weit – so gut. Dumm nur, dass diese Sätze so richtig im Satzbau wie SINNFREI sind. Von einer Konsolidierung, geschweige denn Erholung, kann keine Rede sein, wie die beiden Abbildungen aufzeigen:

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Wo die Kanzlerin „erste Erfolge“ ausmacht, ist nicht nur mir ein Rätsel. Die Produktion (ohne Bau) liegt auf dem Niveau wie vor 20 (!) Jahren – und die Investitionen sinken derart rasch, dass jedem Blinden auffällt, dass hier kompromisslos gegengesteuert werden muss!

Kasperliade am Rande: Juncker gerät in Rage. bezeichnete die Financial Times Deutschland das bizarre Benehmen des obersten Chefs der Euro-Finanzminister, Juncker. Es reicht zwar nicht mehr als zum „Aufreger des Tages“ – aber immerhin! Der Ministerpräsident der Steueroase (Luxemburg und Österreich verteidigen mit Vehemenz ihr Bankgeheimnis (wieso wohl?) und lehnen auch, so wie von den EU-Gremien mehrmals eingefordert, den automatischen Informationsaustausch der Steuerinformation über Streuerbetrüger und -hinterzieher mit anderen Staaten ab) wollte seinen „Spezi“, Herrn Yves Mersch, zum Direktoriumsmitglied der EZB ernennen. Die anderen 16 Mitglieder legten sich quer – was wiederum das Mimoserl Juncker dazu veranlasste, sich zu weigern, weiterhin den Vorsitzenden de EU-Finanzminister zu „spielen“. Und jeder, der jetzt an das Postengeschacher auf Bezirksebene denkt (gibst du mir einen „Wurstsemmeldirektor“ – bekommst du von mir eine „Frühstücks-Direktrice“) , wird in seiner Meinung bestätigt, dass es auf EU-Ebene NIX besser ist. Wieso auch: Politiker bleibt Politiker.

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