Krisenvorsorge: Deutsche Regierung will die Getreidenotvorräte abbauen

Quelle: staseve

http://staseve.wordpress.com/2012/07/18/krisenvorsorge-deutsche-regierung-will-die-getreidenotvorrate-abbauen/

Veröffentlicht am 18. Juli 2012by

Veröffentlicht am: 18. Juli 2012

Das Sonderbare daran ist, dass der besagte Artikel in der „Welt“ bereits im Frühjahr schon einmal erschienen ist. 800.000 Tonnen Lebensmittel hortet Deutschland, davon viele tausend Tonnen Weizen. Pro Bürger seien 10 Kilo Lebensmittel im nationalen Notvorrat vorgesehen, im Zweifelsfall könnte man sich davon ein paar Monate ernähren.

Sollen die Deutschen, die sich wegen eines Eurocrashs zunehmend besorgter zeigen, beruhigt werden? Oder wird – im Gegenteil – das Thema „Lebensmittelvorrat“ langsam in den Medien eingeführt, und der Bürger soll begreifen, dass er für sich selbst sorgen muss?

Die oberste Finanzkontrollbehörde, so schreibt der Artikel, bemängelt das Missverhältnis zwischen finanziellem Aufwand und Gewinn für die Bevölkerung. Ein „Szenario mit anhaltender Unterbrechung der Versorgung der Bevölkerung sei in den vergangenen 30 Jahren immer unwahrscheinlicher geworden.“ Dabei ist das Gegenteil der Fall. Seit dem Zweiten Weltkrieg war das Risiko eines Zusammenbruchs des gesamten Systems noch nie so groß, und die persönliche Krisenvorsorge der Bürger noch nie so schlecht, wie heute.

Der Artikel strotzt nur so von Unsinnigkeiten und Widersprüchen. Einerseits wird kopfschüttelnd festgestellt, dass außer Deutschland nur noch Tschechien und Ungarn Lebensmittelvorräte für ihre Bürger eingelagert haben – allerdings lange nicht so viel. Ein paar Absätze weiter unten steht „Wie verlässlich wäre die Hilfe der Nachbarländer? Schließlich ist Deutschland von Freunden umgeben.“ Wie bitte? Gerade haben wir erfahren, dass die Nachbarländer keine Vorratshaltung betreiben. Im Falle einer großen Krise haben die Nachbarn nicht nur keine eigenen Vorräte, sie werden im Gegenteil noch um Hilfe bitten, aber zumindest ganz bestimmt nichts abgeben (können).

Man prüft jetzt, ob man das Schweizer Modell übernehmen sollte. Die Schweiz hat mit verschiedenen Handelspartnern Verträge abgeschlossen, die im Notfall definierte Mengen an Lebensmitteln liefern sollen. Man muss kein Einstein sein um sich zu fragen, was denn passiert, wenn diese Handelspartner einfach nicht liefern können oder wollen. Genauso gut können Sie oder ich zum nächsten Supermarkt laufen und mit diesem einen Vertrag über eine Lebensmittellieferung für den Fall einer großen Krise abschließen, und fest daran glauben, dass das sicher eingehalten wird. Mit dem Papier in der Hand werden Sie dann vor den verschlossenen Türen stehen.

In jedem Fall soll die deutsche Notvorratshaltung an Lebensmitteln deutlich verschlankt werden. Es wird jetzt eisern gespart. Die Kosten für Kauf, Lagerung und Verwaltung der Notvorräte belaufen sich von 2001 bis 2010 auf rund 150 Millionen Euro, also lächerliche 15 Millionen Euro pro Jahr. Das macht etwa 20 Cent pro Jahr für jeden Bundesbürger.

Die hunderte Milliarden für überschuldete Banken und defizitäre Länder spielt man herunter, 150 Millionen Euro in zehn Jahren für den überlebenswichtigen Notvorrat kann man offenbar nicht bezahlen.

Es gibt noch einen zweiten, wichtigen Grund, sich unverzüglich um die persönlichen Getreidevorräte zu kümmern. Kaum von der Öffentlichkeit bemerkt, ist die diesjährige Getreideernte sehr schlecht. In Deutschland und den im Osten angrenzenden Ländern fressen Heerscharen von Feldmäusen den Bauern die Getreideernte weg. Was für die seltenen Vögel wie Wiesenweihen und Sumpfohreulen, die sich von den kleinen Nagern ernähren, ein Festessen ist, bedeutet für die Bauern eine katastrophale Missernte. Es gibt immer wieder einmal starke Mäusejahre, aber an eine solche Plage können sich selbst alte Bauern nicht erinnern. Bis zur Hälfte der Ernte müssen sie bereits jetzt schon abschreiben. Die Angst vor den Auswirkungen der in diesem Jahr wohlgenährten Mäusepopulationen und deren Nachkommen im nächsten Jahr treibt die Bauern um.

Doch nicht nur die Mäuseplage setzt den Getreidefeldern zu. Der Dauerregen der letzten Wochen behindert Ernte. Schon der Frost im Frühjahr und die Trockenheit im Mai schädigte das Wintergetreide und die Nässe fördert Pilzerkrankungen. Wird das Getreide zu feucht geerntet, schimmelt es. Dieses Jahr sei für die deutschen Getreidebauern ein „grottenschlechtes Jahr“, sagte die Sprecherin des Landesbauernverbandes Niedersachsen.

Auch in Österreich hat der schwere Frost im Mai und die Trockenheit seit dem letzten Herbst schmerzhafte Ernteeinbußen zur Folge. Teilweise drohen bis zu 40 % Ernteausfall. In Spanien, Polen und den anderen osteuropäischen Ländern ist mit kleineren Ernten zu rechnen. Die Getreidekammer Ukraine sowie Kasachstan meldet eine voraussichtlich stark verminderte Ernte.

In Russland, das immer riesige Mengen an Weizen und anderem Getreide auf die Weltmärkte werfen konnte und so einen großen Teil der Ernährung der Weltbevölkerung bestreitet, wird weit weniger Getreide ausführen können. Die Landwirtschaftsministerin Jelena Skrynnik nennt zwar keine genauen Zahlen, korrigiert aber die Ernteprognose nach unten. Auf neun Millionen Hektar seien die Dürreschäden immer schlimmer geworden, teilte sie vor ein paar Tagen mit. Die gegenwärtige Dürre in Russland sei die schlimmste seit 10 Jahren. In 16 russischen Provinzen sei bereits der Ausnahmezustand verhängt worden. Man habe allerdings für die eigene Bevölkerung noch genügend Vorräte. Im Klartext: Aber nicht für den Rest der Welt.

In den USA wütet eine großflächige Dürre auf den Feldern und zieht Weizen und Mais in Mitleidenschaft. Im Mittleren Westen und anderen großen Anbaugebieten Amerikas   schwinden die Lagerbestände rapide, sie sind seit März fast auf die Hälfte geschrumpft. Peter Meyer, Leiter für Agrarrohstoffe der Pira Energy Group New York sagte „Wir haben eine potenziell katastrophale Versorgungslage. In diesem Jahr ist die Dürre einfach heftig“. Der große Ernteausfall beim Mais schlägt direkt auf den Weizenpreis durch, weil für die Tiermast nicht genug Mais zur Verfügung steht und die Farmer stattdessen Weizen zur Fütterung kaufen müssen. Der Maispreis hat daher in den letzten zwei Wochen um 20 % zugelegt. Aber auch die Preise für Getreide ziehen seit ein paar Wochen deutlich an. In Europa stieg der Weizenpreis an den Terminmärkten in den letzten drei Wochen um fast 20 % an, in den USA sogar um 33%. Zurzeit steigen die Kurse sogar täglich um 3-4 %.

Ich kann Ihnen also nur raten, Ihre Getreidevorräte zu überprüfen und so schnell wie möglich noch zu annehmbaren Preisen aufzustocken. Mit Ihrem eigenen Getreide können Sie nicht nur für Ihr tägliches Brot sorgen, sondern auch viele andere gute Lebensmittel selbst herstellen wie Nudeln, Aufläufe, Kekse und Kuchen, Pizza etc. …

Quelle: Krisenvorsorge.com vom 18.07.2012

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