Warum Steinbrück als Student seine Vorlesungen schwänzte und deswegen rechtswidrige Gesetzte fordert – Achtung: Realsatire!

Quelle: krisenfrei – 19/01/2013

http://krisenfrei.wordpress.com/2013/01/19/warum-steinbruck-als-student-seine-vorlesungen-schwanzte-und/

Tageskommentar 19. 01. 2013: Dr. Norbert Leineweber, Der Doppelartikel für Sa und So, weil Peer einen Tag allein zum Nachrechnen braucht. Oder: Warum Steinbrück als Student seine Vorlesungen schwänzte und deswegen rechtswidrige Gesetzte fordert

Unser Populismus-Peer hat zugeschlagen, weil er zu viel Eierlikör erwischt hat. Im Delirium ist ihm eingefallen, dass man die Dispozinsen gesetzlich deckeln muss. “Ohne Likör streik ich, hör!” Das Gesetz wäre von vorn herein verfassungswidrig, weil es die Allgemeine Handlungsfreihei beschränkt. Zwar kann man staatlich Preise in die Höhe treiben, z.B. durch Steuern oder durch Abgaben wie die Erneuerbare Energie-Umlage. Aber bei anderen Preiseingriffen wird das kritisch, deswegen gibt es die auch höchst selten.

Wir stellen eine Prüfungsfrage: Ein Bankkunde zahlt für erneuerbare Energie eine monatliche Umlage von 25 Euro. Um welchen Betrag Y könnte er damit seinen Dispo monatlich überziegen, wenn die Zinsen bei 10% liegen? Lösung: Yx0,1:12 Monate=25€ / Y= 250€x12= 3000€. Ob ein Kunde dauernd (oder im Jahresdurchschnitt) 3.000 Euro überzieht, oder die Umlage zahlt ist egal, weil es gleich viel kostet. Wetten, dass Peer das bei Günter Jauch nicht rechnen könnte! Man müsste es mal unter dem Einfluss von Eierlikör versuchen.

Steinbrück sollte ein Wirtschaftspraktikum in den USA absolvieren, um die Zahl seiner Fettnäpfchen zu minimieren. Wir empfehlen eine Auszeit von 3 Monaten, können aber die Fettnäpfchenäquivalente nicht genau angeben. Durchschnittlich zwei pro Woche scheinen angemessen. In den USA kann er dann allen Kreditkartenfirmen, die alle zwischen 10 und 20% verlangenn vorschreiben, dass die Zinsen gedeckelt werden müssen, schließlich verleiht die FED Geld für 0,25%. Das liegt noch ein halbes Prozent unter denen der EZB. Und wenn Steinbrück dann das kapitaltistische Amerika aufgemischt hat, kommt er zurück und feiert ein Triumpf. Er kann dann durch Berlin fahren und sich mit Blumen bewerfen lassen. Noch nie hatte es ein Kanzlerkandidat geschafft den Kapitalismus auszumisten. Ein Deutscher der gerechteste Banker aller Zeiten.

Es kann aber auch anders kommen und Steinbrück wird erklärt, dass sich Preise in der Marktwirtschaft durch Angebot und Nachfrage bilden. Und nachdem die Wettbewerbshüter noch nicht eingeschritten sind, stellt er sich gegen das Modell Soziale Marktwirtschaft, in der es Sozialzinsen aber nicht gibt, wie unser Sozial-Peer meint. Nicht der Markt ist sozial, wie Steinbrück unterstellt, sondern der Staat sorgt für den sozialen Ausgleich. Ansonsten gibt es nur den Fall der Sozialwohnung, aber nur, weil es sich hier um ein Grundbedürfnis handelt. Ein Dispo ist kein Grundbedürfnis. Steinbrück hat auch die Bedürfnislehre in der zweiten Stunde VWL geschwänzt!

Wir erklären nun investigativ, weshalb unser Zins-Peer betriebswirtschaftlich gesehen einen Schuss hat. Und die obige Rechnung gehört schon mal dazu! Die Sparkassen und Genossenschaftsbanken haben einen Marktanteil von 75%. Nach Steinbrück verdienen die also zu viel. Das klingt vschon mal seltsam. Also wir merken uns: In der Welt des Zins-Peer beuten Sparkassen und Genossenschaftsbanken ihre Kunden beim Dispo aus.

 

Jetzt müsste Steinbrück noch wissen, dass die Banken eine Mischkalkulation haben, die unterschiedliche Zinsen und Risiken beinhaltet. Nun ist unserem Zins-Peer die Zinsspanne beim Überziehungskredit aufgefallen. Wird hier die Zinsspanne gesenkt, wird sie wohl wo anders angehoben werden. Die Banken müssen über ihre Mischkalkulation die Kontoführungskosten finanzieren. Und weil Kontoführung teuer ist, verzichten viele Banken auf Gebühren und finanzieren das über die Zinsspannen, insb. beim Girokonto. In der Regel werden 3 Monate Monatslohn gewährt. Das heißt es gibt eine Begrenzung, obwohl das so lukrativ ist, wie Zins-Peer meint. Schon mal d`rüber nachgedacht, Kontoführungs-Peer? Beleihungsbasis ist das eingegende Gehalt. Wenn der Kunde den Job verliert, sitzt die Bank auf einem enormen Risiko. Das wird durch die Zinsspanne ausgeglichen. Die Banken könnten das auch auf ein Monatsgehalt zu 8% reduzieren, und darüber eine Ausfallversicherung abschließen. Lieber Zins-Peer, das wäre dann noch teurer. Die Sparkassen sparen sich also ein aufwändiges Brimborium und stemmen i.d.R. die Kontoführungebühren. Und die damit zusammenhängende Flexibilität muss auch bezahlt werden. Der Zins gilt quasi für ein Entgelt für Liquidität. (Achtung das hat mit Eierlikör nichts zu tun, obwohl der auch liquide ist !) Und dann gibt es noch eine Alternativenvariante. Das sind die Kosten die ansonsten bei einem anderen Modell anfallen. Der Kunde wird in Wahrheit davon entlastet z.B. für 6% ständig eine Dreimonatsreserve zu finanzieren. Die Bank könnte also verlangen: Du hältst 3 Monate für 6% vor, und zwar den vollen Betrag,und was du gerade nicht brauchst, kannst du zu 0,2% Tagesgeld anlegen. Achtung: In der BWL nennt man das Opportunitätskosten. Also bei den Opportunitätskosten hat der Zins-Peer auch geschwänzt, weil er nämlich erkennen müsste, dass das Giromodell das absolut kostengünstigste für den Kunden ist. Und er kann ja taggleich tilgen so viel er will!

Und dann gibt es noch den reziproken Banküberfall des Zins-Peer: Die Banken zwingen den Kunden das Konto ordentlich zu überziehen, da sie fette Beute machen. Der Kunde wird zum Wucher gezwungen. Also in der VWL spricht man von einer so genannten Konsumentenfreiheit. Schon`mal was davon gehört? Peer schreibt die ganzen VWL-Bücher um, so ganz nebenbei. Die absolute Koryphäe!

Wer also als Minister nicht weiß, dass es eine Mischkalkulation in unterschiedlichen Risikoklassen gibt, ist zwar als SPD-Finanzminister bestens geeignet, nicht aber für eine Sparkassenlehre. Und ausgerechnet Steinbrück wollte Sparkassenpräsident werden. Bei den Vorkenntnissen. Steinbrück kennt sich ja nicht einmal mit dem Girokonto aus. Und dann wundert sich der Mann noch, dass man ihm die toll bezahlte Karriere versaut hat. Tja, so landet man dann im Wählerwohnzimmer und besäuft sich mit Eierlikör. Man kann noch froh sein, dass sich Peer damit nicht die Eier eingepinselt hat.

Zum Vortrags-Peer können wir auch noch ein Wort verlieren. Wer einem Referenten, der sich nicht einmal mit dem primitivsten Bankgeschäft auskennt, Honorare von 10.000 Euro zahlt, muss echt selber einen an der Klatsche gehabt haben. Ein Hinweis am Rande: Einen Referenten erst mit Prozentrechnen beschäftigen und erst dann buchen!

Weiterführende Literatur: Diverse Kompendien der BWL und VWL.

Quellen:

Steinbrück fordert Debatte über Beschränkung von Dispozinsen (FAZ)

Steinbrück will Dispo-Zinsen beschränken (Welt)

 

Quelle: fortunanetz

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