Ave, Caesar, morituri te salutant oder Incipiant spectacula!

Quelle: indexexpurgatorius

http://indexexpurgatorius.wordpress.com/

Januar 22, 2013 by

Nein, es geht nicht um Brot und Spiele um das Volk zu unterhalten, die Fußballarenen bleiben noch geschlossen, die Fussballgladiatoren dürfen noch etwas üben, bevor sie wieder auf Gladiatoren aus anderen Ländern losgelassen werden.

Heute ist Markttag, Sklavenmarkttag.

Doch weil Menschenhandel in der BRD einen nicht ganz so guten Ruf hat wie die Menschenverdummung, lies man sich im rheinland-pfälzische Bendorf etwas einfallen. Auf dem jährlichen Weihnachtsmarkt gab es im vergangenen Dezember eine besondere Attraktion: Die Dienstleistungen älterer Langzeitarbeitsloser wurden an Firmen aus der Region verlost. Bei einer Tombola.

Klingt nach einer bösen Satire? Ist es aber nicht. Die Aktion hat tatsächlich stattgefunden. Initiiert wurde sie von dem in Bendorf ansässigen Bildungsträger DG Mittelrhein. Also einem privaten Dienstleister. Dieser arbeitet mit dem regionalen Jobcenter bei der Integration älterer Langzeitarbeitsloser im Rahmen des Programms “Perspektive 50plus” zusammen.

Im vergangenen Jahr habe man nach Ideen gesucht, wie die betreuten Langzeitarbeitslosen mit den regionalen Unternehmen in Kontakt kommen könnten, erläutert Monika Scheel, Geschäftsführerin der DG Mittelrhein.

Heraus kam das besagte Tombola-Event auf dem Weihnachtsmarkt.  Anders als bei einer normalen Tombola mussten die Firmen nicht für ihr Los zahlen, auch Nieten gab es nicht. Die DG Mittelrhein wollte schließlich das soziale Firmenengagement belohnen – gemeint ist damit die Bereitstellung unbezahlter Arbeitsplätze für eine kurze Zeit. Rund 30 Unternehmen gefiel das Angebot so gut, dass sie bei der Ziehung mitmachten.

“Was hier als moderne Arbeitsvermittlung verkauft wird, stellt eine Verrohung der Sitten dar. Ein Jobcenter ist keine Lottobude und ein Weihnachtsmarkt kein Sklavenmarkt.” sagte der DGB-Landesvorsitzende in Rheinland-Pfalz, Dietmar Muscheid.

Das Jobcenter Landkreis Mayen-Koblenz weist die DGB-Vorwürfe in einer Stellungnahme von sich. “Wir halten die Aktion weiterhin für einen innovativen Ansatz mit Arbeitgebern in Kontakt zu treten”, heißt es da.

Egal ob Bildungsträger DG Mittelrhein oder das Jobcenter, alle beide halten diese Form des modernen Sklavenmarktesfür ein Modell welches in naher Zukunft in ganz Deutschland betrieben werde.

Fehlt eigentlich nur noch eine Kennzeichnungspflicht für Langzeitarbeitslose, und eine konzentrierte Unterbringung, so dass täglich von 09:00 bis 12:00 eine Zurschaustellung der potentiellen Sklaven für Besichtigungshungrige Unternehmer stattfinden kann. Dachte man die dunklen Zeiten  der  Altersdiskriminierung und/oder dümmlicher Jugendwahn? seien vorbei, sieht man sich nun eines besseren belehrt und außerdem reift die Erkenntnis, dass die Mähr von der Unantastbarkeit der Menschenwürde wohl doch nur ein Ammenmärchen aus längst vergangen Zeiten ist.

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