Westen zeichnet falsches Bild von Russland

Quelle: Ria Novosti

http://de.rian.ru/zeitungen/20130123/265377160.html

„Rossijskaja Gaseta“

„Rossijskaja Gaseta“

© www.artsjournal.com

14:52 23/01/2013
MOSKAU, 23. Januar (RIA Novosti)

In den westlichen Medien gehört es zum Standardrepertoire, Russland zu dämonisieren, schreibt die Zeitung „Rossijskaja Gaseta“ am Mittwoch.

Der westliche Intellektuelle muss politisch links stehen. Er muss sexuelle Minderheiten verteidigen, Mitgefühl mit afrikanischen Völkern zeigen sowie den US-Imperialismus und die Putin-Diktatur verteufeln. Aber auch westliche Konservative gehören zu den Kritikern von Putins Russland.

Im Westen spricht man häufig von der russischen Mafia, von korrupten Beamten, Säufern, einem passiven und leidenden Volk und Obdachlosen. In Russland gibt es natürlich Mafia, Obdachlose und Säufer. Es stellt sich jedoch die Frage nach dem Verhältnis. In Moskau gibt es nicht mehr Obdachlose als in Paris oder Kopenhagen. Man trinkt in Russland nicht mehr als in Deutschland oder Finnland. Die Kriminalität ist zwar höher als in Europa und in den USA, doch es handelt sich um durchschnittliche Zahlen.

Russland ist ein normales europäisches Land. Die Umwelt und die Medizin sind schlechter als in der EU. Die Karrierechancen sind größer als im Westen. Die Wohnkosten sind unterschiedlich. In Moskau sind sie höher als in den meisten EU-Hauptstädten, in der Provinz jedoch deutlich niedriger.

Interessant ist das Beispiel des Neu-Russen Gerard Depardieu. Zwar kennt er Russland nur von seinen Reisen, doch er kann einen Vergleich zwischen der Bürokratie und Steuerpolitik Frankreichs und der EU auf der einen Seite und Russlands auf der anderen Seite ziehen. Dass er sich für Russland entschieden hat, beweist, dass es sich dort genauso gut leben lässt wie in Europa.

Nach Angaben der Statistikbehörde Rosstat wanderten 1997 rund 48.000 Russen nach Deutschland, 9000 in die USA, 13.000 nach Israel aus. 2010 zogen 3700 Russen nach Deutschland, 1400 in die USA und 900 nach Israel um. Im selben Jahr kamen 2600 Menschen aus Deutschland, 650 aus den USA und 800 aus Israel nach Russland. Diese Tendenz ist verständlich: Der Westen wurde von der Krise viel stärker getroffen als Russland. Die Arbeitslosigkeit ist im Westen viel höher als in Russland.

Die Europäer, die Russland tatsächlich kennen, wissen genau, dass von Russland in den westlichen Medien ein falsches Bild gezeichnet wird.

Eine spezielle Frage ist die Politik. Das politische System in Russland unterscheidet sich stark von dem westlichen. In Russland gibt es weder politischen Wettbewerb noch Meinungsfreiheit wie im Westen. Die Soft Power des Westens ist eleganter als Russlands „administrative Hebel“.

Doch selbst bei demokratischsten Wahlen würde die russische Mehrheit Präsident Wladimir Putin unterstützen. Der Grund dafür ist einfach: Die Russen leben unter Putin besser als vorher.

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