Für COMPACT-Leser nichts Neues: Verbindung vom Mord an Peggy und NSU

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Für COMPACT-Leser nichts Neues: Verbindung vom Mord an Peggy Knobloch und NSU

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Der Fall der neunjährigen Peggy Knobloch, die am 7. Mai 2001 in Lichtenberg (Bayern) verschwand, macht in diesen Tagen wieder Schlagzeilen. Dort, wo Peggys Leiche gefunden wurde, will man jetzt auf Stofffetzen DNA-Spuren des mutmaßlichen NSU-Mitglieds Uwe Böhnhardt identifiziert haben. Der Stofffetzen könnte von einer Decke stammen. Dass Böhnhardts DNA erst im Jenaer Labor mit dem Stofffetzen in Kontakt gekommen sein könne (wo sowohl Peggys Skelett wie auch Böhnhardts Leiche analysiert wurden), ist laut Bayerischem Rundfunk jedoch ausgeschlossen. Jetzt beginnt das Spekulieren über den möglichen Bezug zwischen dem Peggy Knobloch-Mord und der NSU. Fragen kommen auf: Ob sich der NSU womöglich durch Kinderpornographie finanziert habe, oder ob Böhnhardt gar Peggys Mörder sei.

Für COMPACT-Leser ist diese Verbindung allerdings nicht neu. Schon vor Monaten führte COMPACT ein mehrteiliges Interview mit dem Autor Wolfgang Eggert. Der verwies bereits auf einen derartigen Zusammenhang. Eggert wird in den nächsten Tagen auf COMPACT-Online eine aktualisierte Version seiner Ergebnisse veröffentlichen. Aber schon die ursprüngliche Interview-Reihe deutet auf weitere Involvierte, von denen die Medien auch heute noch nicht sprechen.

Es folgen drei Auszüge aus dem Interview: Im ersten verwies Wolfgang Eggert auf gleiche Ermittler im Mordfall Peggy und im Fall NSU.

Wolfgang Eggert: Es könnte sich erweisen, dass der Fall Peggy gar nicht weit davon entfernt ist. Die Organisierte Kriminalität – also Waffen, Drogen, Rotlicht – ist ja eng verwoben mit Geheimdiensten. Die sich, Sie mögen mir nicht glauben, aber es ist so, auch des Kindermissbrauchs bedienen, um Entscheidungsträger in Wirtschaft, Politik und Medien in die Hand zu bekommen. Organisierte Kriminalität, Lobbies und Geheimdienste bilden zusammen das, was man in der Türkei den „Tiefen Staat“ nennt, in dem beide Seiten kooperieren, Verbrecher mit Politik und Polizei. Sie bekommen damit ein engmaschiges Netz von Protektion und Erpressung, das gut funktioniert – dabei sehr tragfähig und hervorragend abgeschirmt, wie der belgische Fall Dutroux oder der Sachsensumpf gezeigt haben. Es gibt natürlich eine Vielzahl von kleineren Fällen, die ähnlich gestrickt sind und ebenfalls unaufgeklärt bleiben. Wenn sich nicht jemand findet, der bereit ist, einen dieser Augiasställe auszumisten. Beschimpft, verflucht, gefeuert…

COMPACT: Wer macht das schon, bei den Aussichten?

W.E.: Eben. Von daher kann man solche klassischen Gestalten, die nicht anders handeln als Snowden, mit der Lupe suchen. Aber es gibt sie trotzdem. Nehmen Sie den Artikel  „Weiß dieser Rocker mehr, als die Polizei möchte?“(1), der nur wenige Tage nach dem „Auffinden Peggys“ in der BILD-Zeitung erschienen ist: Bitte lesen sie ihn aufmerksam – und vergleichen sie die gewonnenen Erkenntnisse mit den NSU-Morden. Oder eben dem Fall Peggy, wo ja auch sogenannte Ermittler in der NSU-Sache mitgewirkt haben.

Zu den identischen Ermittlern und deren Verhör-Inszenierung äußerte sich Eggert an zweiter Stelle der Interview-Reihe:

WOLFGANG EGGERT: … Die Eltern haben sich – wie gezeigt – durchaus verdächtig verhalten, aber an die geht man in letzter Konsequenz nicht ran. Dann haben wir noch andere Bewerber, im nahen Umfeld der Eltern, die bleiben für diesen Fall aber ebenfalls ausgespart. Allerdings kommt im Spätfrühling Bewegung in die Sache. Die Ermittler beginnen, sich da auf „ihren Mann“ festzulegen: Ulvi Kulac, ein geistig Behinderter, der sich bereits in der Vergangenheit Kindern sexuell genähert hat, wenn auch mehr exhibitionstisch. Er ist der ideale Kandidat…

COMPACT:  …und er gesteht…

W.E.: … in einer Rahmenhandlung, die selbst die angepasstesten Mainstreamzeitungen als Posse, als Skandal bezeichnen. Schauen wir uns das einmal genauer an: Am 2. Juli 2002 nehmen sich die Ermittler Ulvi Kulac vor. Wie von Dönermord-Profiler Horn entworfen, findet die Vernehmung in einem Bayreuther Polizeirevier statt, um dem „Verdächtigen“ den „Heimvorteil“ der Psychiatrie zu nehmen, wo er zu diesem Zeitpunkt schon untergebracht ist. Die Beamten gehen hochmotiviert in die Vernehmung; Soko-Leiter Wolfgang Geier – Untersuchungschef in der sogenannten NSU-Serie – hat ihnen kurz zuvor gesagt, dass auf einem Overall Ulvis Blutspuren von Peggy gefunden wurden. Der Vorhalt ist frei erfunden – aber Kulac wird damit konfrontiert, als wäre das eine Tatsache. Der Trick läuft ins Leere, Ulvi Kulac bestreitet weiter jede Schuld, er habe das Mädchen nicht angefasst. Am Mittag wird das stundenlange Verhör ergebnislos beendet, Kulac soll zurück in die Psychiatrie gebracht werden, der Verteidiger verabschiedet sich. Und jetzt kommt´s. Kaum hat der Syndikus seinen Mandanten verlassen, soll Ulvi sich entschlossen haben, „reinen Tisch zu machen“. Die Vernehmer führen ihn erneut ins Verhörzimmer, wo der Behinderte nun „gesteht“. Inhalt: Er habe  Peggy am 3. Mai 2001 in seiner Wohnung missbraucht und sie am 7. Mai auf dem Heimweg abgepasst, um sich zu entschuldigen. Das Mädchen sei jedoch weggelaufen und habe damit gedroht, ihn zu verraten. Er habe sie dann verfolgt, eingeholt, niedergestoßen und ihr, da sie schrie, Mund und Nase zugehalten, bis sie erstickt sei. Das entspricht so sehr der Tathergangshypothese, dass man sich fragt, ob die Beamten hellsichtig waren – oder ob sie einfach Kulac dazu brachten, den von ihnen vorgebrachten Ablauf zu unterzeichnen. Der Druck „zu liefern“ war ganz sicher da, sowohl von Seiten des bayerischen Innenministeriums auf die Ermittler, als nun auch seitens der Ermittler auf „ihren Mann“ – der sich hinterher beklagte, sogar körperlich angegangen worden zu sein.

Im dritten Interviewteil zeigt Eggert dann eine Verbindung zum Geheimdienst:

W. E.: Der Punkt liegt bereits ganz am Anfang des Falls. So wie er angefasst wurde. Es ist die polizeiliche Besetzung, die man herangezogen hat und die klar in den Bereich „Organisierte Kriminalität“ – also Menschenhandel, Drogen, Waffen, Rotlicht – weist. Da ist Mafia-Experte Wolfgang Geier, Chefermittler bei den damals so genannten Dönermorden, dortselbst Kopf der SOKO Bosporus, die damals nicht ohne Grund Spuren in der türkischen Unterwelt abklärte. An der Seite des Kriminaldirektors finden wir im Fall Peggy Deutschlands „besten“ Profiler Alexander Horn, ein Mann für die „großen Fälle“. Weshalb der Münchner auch bei den Dönermorden Geier zur Seite stand. Wo es seinem Marktwert nach auch Sinn ergab. Im Fall eines verschwundenen Mädchens wirkt seine Besetzung dagegen überzogen – auf den ersten Blick. Und da ist die Polizistin Anja Wittig, die zum Teil undercover arbeitete, wiederum im Milieu Organisierte Banden-Kriminalität (OK). Auch sie taucht im Aufklärungsstab der Dönermordserie auf und wird 2001 von der thüringischen Polizei zur bayerischen „Soko Peggy“ deligiert. Im Jahr darauf gehört sie der thüringischen Sonderkommission „Goldfasan“ an, die mehrere Morde einer internationalen Bande untersuchen wird.

C: Länderübergreifende OK-Ermittler? Bei einem verschwundenen Mädchen aus der Provinz klingt das, naja, etwas „over the top“!

W. E.: Moment, es kommt noch „besser“: Bei der Sonderkommission „Goldfasan“ lernt Peggy-Special-Agent Anja Wittig einen Kollegen kennen, der „beruflich“ mit echten und falschen Nazis aus dem NSU-Umfeld und mit V-Leuten zu tun hat und mit dem sie eine Lebensgemeinschaft eingeht: Mike Wenzel. Wenzels Vorgesetzter wird 2011 für das Wohnmobil in Eisenach zuständig sein, in dem die Leichen der NSU-Uwes gefunden werden. Wenzels Nichte ist eine sehr bekannte Polizistin, die ihrerseits im OK-Milieu verdeckt ermittelt, mit Verbindungen zur extremen Rechten sowie wiederum zur Schlapphutszene: Michèle Kiesewetter, ein angebliches NSU-Opfer. Und eng befreundet mit der außerplanmässigen Peggy-Ermittlerin Wittig. Ein Freund von Anja ist Medienberichten zufolge recht eng mit dem Betreiber jenes Szeneladens, aus dem die Ceska-Pistole kam, mit der die NSU neun Menschen ermordet haben soll.

C: Und diese Frau wurde von den Thüringern in den Bayerischen Ermittlungsstab beordert?

W. E.: …. wo sie dann mit den NSU-Ermittlern Geier und Horn am vermeintlichen Allerweltsfall Peggy Knobloch arbeitete, richtig. Für diese, sagen wir „politische“ Besetzung scheint es nur eine naheliegende Erklärung zu geben. Nämlich die, dass die Behörden das Verschwinden des Mädchens ebenfalls und frühzeitig für ein Politikum hielten, das den Aufwand rechtfertigte. Das ´Warum´ kann ich Ihnen nachhaltig aufschlüsseln.

Wie gesagt: Die mögliche Verbindung zwischen dem Mord an Peggy Knobloch und dem NSU ist heute beide den Mainstreamern angekommen. Wie lange werden sie noch brauchen, um das Netzwerk von Geheimdienst, organisierte Kriminalität und NSU aufzudecken, in das Peggy womöglich geraten war? Ihnen, liebe Leser, kann das egal sein. Denn COMPACT bleibt dran und informiert Sie früher. Bitte unterstützen Sie uns mit einem Abo – hier abschließen

(1) http://www.bild.de/regional/ruhrgebiet/motorradclub/weiss-dieser-rocker-mehr-als-die-polizei-moechte-41717132.bild.html

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