„Eure Wohnstatt soll zerbrechen“ – Rückblick zur Buchmesse

Quelle: „Eure Wohnstatt soll zerbrechen“ – Rückblick zur Buchmesse
Singularität: Nichts ist singulär, außer der Mensch in seiner Einfalt. Quelle: Arne Fischer

Singularität: Nichts ist singulär, außer der Mensch in seiner Einfalt. Quelle: Arne Fischer

„Eure Wohnstatt soll zerbrechen“ – Rückblick zur Buchmesse

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Es begab sich, daß ich am Messestand von zwei besorgt und ernst dreinschauenden Damen angesprochen wurde, ob ich zu COMPACT gehöre. Auf die Bejahung der Frage hin, drückte mir eine der Damen eine Anzahl Blätter in die Hand – mit der freundlich-ironischen Bitte, diese an die Kollegen am Stand zu verteilen, in der Hoffnung, es werde gelesen und wahrgenommen und sei nicht schon zu spät… Ich gab die Zusage – und ich habe sie gebrochen.

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COMPACT Abo-2016-02

Denn die Blätter enthielten ein Gedicht, in dem der Verfasser jenen, die das Leid verfolgter Menschen nicht in jeden Vordergrund stellten, imperativ wünscht:
„…eure Wohnstatt soll zerbrechen, Krankheit soll euch niederringen, Eure Kinder sollen das Antlitz von euch wenden.“ (komplettes Gedicht)
Ich konnte und wollte diese bösen Gedanken nicht weitergeben an Kollegen, die sich der Wahrheit – oder zumindest der Suche nach ihr – stellen, in dem Bewußtsein, daß das Beschreiten dieses Weges andere verletzen könne. Und die das eben nicht des Verletzens wegen tun, und die dabei selbst dünnhäutig werden, angesichts der Verhärtung derer, die sie halten oder vom Wege abbringen wollen.
Kollegen und Gefährten, COMPACTEROS, die bewußt provozieren, weil nur noch die Provokation die Duckmäuser und Ideologen aus ihren Löchern oder warmen Sesseln reißt.
Die Zettel mit dem unsäglichen Gedicht, überreicht mit unsäglicher Niedertracht, sie verblieben bei mir.
Was uns da, in gedichteter Anlehnung an das Deuteronómion (5, 4-9) angedroht wird, ist eine Frechheit und gleichzeitig eine Verhöhnung der Brandopfer der Shoah.

In Wahrheit ging es um das Kernthema unser jüngsten politischen Arbeit: Die Massenmigration als Waffe und ihre Wirkung. Aber: Was ist Wahrheit!?
Die diesjährige Teilnahme von COMPACT auf der Leipziger Buchmesse stand unter einem besonderen Stern.
Die weiß-blauen Sternchenheraldiker, – also Gruppen, bei denen der Begriff Antifaschist genauso Doppeldenk ist, wie Krieg gleich Frieden, und aus deren Schwarzen Blöcken heraus lediglich die Regenbogenfähnchen und einstudierten Slogans von Buntheit zeugen – hatten den Veranstalter, die Leipziger-Buchmesse GmbH, aufgefordert, COMPACT wegen seiner Gedankenverbrechen von der Messe auszuschließen. Nun, nicht nur die Antifanten-Truppe, sondern Vertreter aller bundesrepublikanischen Blockparteien und, als Orgelpfeifen in sauberer Familienaufstellung, allerhand Personen/Persönlichkeiten, Vereine und Bündnisse am Tropf des ARIS (Ancient Régime In Spe) veröffentlichten einen Offenen Brief mit genau dieser Forderung (siehe: www.nocompact.de), der dann in den einschlägigen Medien von ARD über den Spiegel bis zur LVZ breiten Hall, mit wenig Wider, aber viel Für fand.
Die Organisatoren der Messe reagierten, wie man es von zivilisierten Menschen erwarten kann: Sie lehnten das Begehren nach Zensur ab; solange COMPACT auf dem Boden der Verfassung publiziere, stehe man für die, mit Art. 5 GG verfassungsrechtlich verbürgte und durch eine Buchmesse besonders zu schützende, Meinungsfreiheit ein. Der Messedirektor Oliver Zille sagte aber auch„Aber natürlich müssen wir Aussteller wie dieses COMPACT-Magazin im Blick behalten. Das Problem, fürchte ich, wird in den nächsten Jahren nicht abnehmen, sondern eher zunehmen. Die politischen Ränder werden lauter und aggressiver.“ 
Die Antwort kam prompt und eindeutig: Auf das Verwaltungsgebäude der Messe wurde ein Anschlag (Neusprech: Entglasung, also Einschmeissen von Scheiben) von irgendwelchen Truppen verübt, Linksunten bekannte sich dazu  – und weder das Aktionsbündnis „Nocompact“, noch die Monopolmedien hatten damit vernehmbar ein Problem.
Im Gegenteil, Tag für Tag wurde unser Stand zur Mittagszeit mit einer Demonstration bedacht, bei der laut gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit, Faschismus, etc. skandiert wurde. Die COMPACT-Standbetreuung konnte freimütig und aus innerster Überzeugung zustimmen, und tat dieses durch Einstimmen in die Sprechchöre (die, ob ihrer Schwachbrüstigkeit und auch nur halbherzig einstudiert, jede Unterstützung brauchen konnten). Nur, als mit der erneuten Aufforderung darum ging, Andersdenkende von der Messe auszuschließen, blieb der Beifall von unserer Seite aus.

Denn das wird man von COMPACT nie zu hören bekommen: Daß wir fordern, anderen Meinungen keinen Raum zu geben. Unser Credo lautet vielmehr: Jeden Fußbreit dem Diskurs und der Debattenkultur!
Und je mehr wir erleben, daß wir die Orte unserer Veranstaltungen geheimhalten müssen, deren Durchführung selbst nur mit Schutzpersonal für unsere Gäste und Mitarbeiter gewährleisten können (auch auf der Leipziger Buchmesse gab es konkrete und allgemeine Bedrohungen, aufgrund derer wir unseren Stand und unsere standbetreuenden Mitarbeiter und Autoren mit Security schützen mußten), desto angewiderter wenden wir uns von diesen Methoden ab, schließen sie mithin kategorisch aus. Unser Imperativ ist nämlich, diese Spiele der Strategie der Spannung nicht mitzuspielen. Nichts ist blöder, als zum Spielball von Strategikern zu werden, die versuchen, die politisch aktiven Lager gegeneinander auszupielen.

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Sicher, wir sind weder in Lotusblütenöl, noch in Drachenblut gebadet. Aber wir durchschauen die Verführung. Uns wird eine Auseinandersetzung mit dem politischen Gegner aufgezwungen, den wir eigentlich gar nicht als Gegner wahrnehmen, höchstens als Andersdenkenden. Wenn überhaupt, denn die Autoren- und Mitarbeiterschaft bei COMPACT ist sicher nicht so monochrom, wie es in der Monopolpresse von den eigenen Leuten dräuend-voraussetzend verlangt wird.
Wo jedoch eine streitbare Gegnerschaft durch uns besteht, ist dort, wo wir uns oder andere Gedanken- und Meinungsäußerungsverboten ausgesetzt sehen. Aber selbst dort sind die eigentlichen Gegner für uns selten die, die gleichsam vorgeschickte Bauern im Spiel sind. Sicher, ganz konkret müssen wir uns auch derer frisch-fromm-fröhlich-frei annehmen, und uns der inhaltlichen oder polemischen Angriffe erwehren.

Trotz allen Geplänkels und aller Abgrenzungsscharmützel verlieren wir ganz gewiß nicht diejenigen aus den Augen, für die Spannung und Teilung Mittel der Herrschaftsmehrung sind.

COMPACT versteht sich als Debattenmagazin, und das auch durch Maximalprovokation – und diese kann in unseren Zeiten schon in der Thematisierung politisch unkorrekter Felder, die im Diskurs als Gedankenverbrechen vermint sind, bestehen.
Über die Herangehensweise zur Neutralisierung von Minen läßt sich streiten: Man kann zunächst mal die Mineure in den Fokus nehmen, man kann sorgsam Mine für Mine ausgraben und entschärfen.
COMPACT geht auch gerne mal den dritten Weg und quert die verminte Front in Keilermanier: Auf die Minen wird eingedroschen und diese alsbald zur Detonation gebracht (Details siehe Bundeswehr).
Ergebnis: Das Terrain ist bestenfalls unvermint, der Acker umgegraben, die Krume offen – für die Saat von Toleranz und Aufklärung. Der Ausgang der Konfrontierten aus der fremdverschuldeten Unmündigkeit.
Will sagen: Wir wissen, daß wir den harschen Widerspruch heraufbeschwören. Die Provokation ist gleichsam Mittel zum Zweck. Wenn’s den Diskutanten bei der Wahrnehmung unseres Heftcovers in den Fingern juckt und sie zugreifen, wenn sie dann nach der Lektüre der Inhalte Zustimmung oder Widerspruch artikulieren, haben wir unser Ziel erreicht. Wenn ein Meilenstein bereits Ziel ist. Denn COMPACT versteht sich als dauerhaftes Projekt des Aufbrechens versteinerter oder vergifteter Diskurse.
Dann hat der Zweck die Mittel geheiligt.
Der Fehdehandschuh wurde uns durch den Hauptstrom der Meinungsmonopolisten ans Ufer gespült. Wir nahmen ihn auf und wählen die Mittel des Widerstehens. Die Legitimation dazu geben wir uns selbst und erhalten wir Tag für Tag erneut durch die Verdrehungen, Auslassungen und Erfindungen derer, die vielleicht nicht immer Lügen, aber den Lügnern im Dunstkreis nicht ins Wort oder die Hand fallen.

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