Kriecherpresse: Wir schreiben besseres Deutsch als Merkel-Kritiker

Quelle: Compact – Magazin für Souveränität https://www.compact-online.de/kriecherpresse-verteidigt-sich-wir-schreiben-besseres-deutsch-als-merkel-kritiker/

Elite mit Sprachkenntnis: Jan Fleischhauer. picture alliance/dpa-Zentralbild

Elite mit Sprachkenntnis: Jan Fleischhauer. picture alliance/dpa-Zentralbild

Kriecherpresse: Wir schreiben besseres Deutsch als unsere Kritiker

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Spiegel-Online lässt nach dem Rotationsprinzip sieben konformistische Kettenhunde als Kolumnisten kläffen. Vor ein paar Tagen war der große Pionier Jan Fleischhauer am Zug – und erschloss unter dem Titel „Nichts gelernt, und auch noch stolz darauf“ neue Tiefen des Argumentations-Niveaus.

_von Michael Richter

Zu Beginn zitiert Fleischhauer einen spöttischen Leserbrief: „Sie und die Lügenpresse und gekauften ängstlichen Berichterstatter, sind die waren schuldigen für die Misere in Deutschland (…) Gott sei Dank leben wir in einer Demokratie, die auch von einer gleich geschalteten und gesteuerten Presse nicht zu Fall gebracht wurde.“ Im Folgenden geht Fleischhauer jedoch nicht auf den Inhalt ein, sondern hängt sich an den Sprachfehlern des Schreibers auf: „Die deutsche Grammatik ist nicht einfach, das weiß ich. Trotzdem sollte man Kommata nicht wie mit einem Salzstreuer verteilen, wenn man jemanden dafür schilt, dass er als Journalist seinen Beruf verfehlt hat. Das ist so, als ob man einem Fußballspieler vorhält, was für ein Versager er ist, und dann nicht einmal die Abseitsregel kennt. Wenn ich einem Journalisten die Leviten lesen wollte, würde ich mich zum Beispiel bemühen, nicht gleich im ersten Satz mit zwei schweren Rechtschreibfehlern zu beginnen.“

Mit anderen Worten: Egal, was du zu sagen hast, solange du nicht formale Standards erfüllst, solltest du die Klappe halten! – Angenommen, zwei Boten geben unterschiedliche Berichte des gleichen Sachverhalts ab: Der trägt seine Version in geschliffener Rhetorik vor, der andere hingegen stammelt. Ist damit entschieden, wer inhaltlich den besseren Bericht abliefert? Wer lügt und wer die Wahrheit spricht? Keineswegs. Fleischhauer, der dem Leserbrief inhaltlich nicht widerspricht, behauptet also: Wir von der Kriecherpresse sagen vielleicht nicht die Wahrheit, aber wir lügen wenigstens grammatikalisch korrekt – ein Verdienst, der tendenziell eher aufs Konto des Redakteurs, seltener auf das des Journalisten geht…

Egal. Fleischhauer zieht die Konsequenz: „Man mag mir verzeihen, wenn ich den Do-it-yourself-Journalismus, der die ,Mainstreampresse‘ und damit Leute wie mich auf den Komposthaufen der Geschichte befördern soll, nicht besonders überzeugend finde.“ Heimliche Behauptung: Nicht nur der Leserbrief, sondern auch alternativen Medien werden von Laien hervorgebracht. Nur im Mainstream herrscht Professionalität.

In der zweiten Hälfte seines sprachlich einwandfreien Meisterwerks verbittet sich Fleischhauer auch laienhafte Kritik am politischen Establishment: Politik sei ein Handwerk. Wer davon keine Ahnung habe, solle das Maul halten. Dazu zitiert er Hilmar Klute: „Politik ist ein ehrwürdiges Handwerk – genau wie das Drucken.“ Wieder falsch! Das Handwerkliche der Politik besteht in der Umsetzung. Politische Ziele oder Wünsche zu formulieren kann/soll/darf hingegen jeder. Ein Armer darf sagen: „Ich möchte eine sozial gerechtere Verteilungspolitik!“ Das Handwerk beginnt mit der Realisation dieser Forderung. Hier erst ist ökonomische Kenntnis des Berufspolitikers gefragt. Um den ins Amt zu heben, gingen Menschen früher zur Wahl.

Zweck dieser kolumnistischen Hirnfürze ist lediglich, die Gegnerschaft der Kriecherpresse zu erniedrigen: Du beherrschst die Sprache nicht perfekt (oder wirst nicht lektoriert)? Du bist kein Politprofi? Dann halt’s Maul! In der zweiten Überschrift findet sich die Quintessenz des Textes: „Das Land braucht wieder ein gesundes Elitebewusstsein.“ Wir sollen also Fleischhauer, den Spiegel und die Regierung mit „gesunder“ Ehrfurcht als Elite anerkennen? Frei nach Hilmar Klute: „Politik ist ein ehrwürdiges Handwerk – genau wie das Ducken“? Uff. Die Kriecherpresse muss aus dem letzten Loch pfeifen, wenn sie jetzt solche Geistesriesen an die kolumnistische Front schickt. Sie bestätigt damit unfreiwillig den Leserbriefschreiber.

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Quelle: Compact – Magazin für Souveränität https://www.compact-online.de/kriecherpresse-verteidigt-sich-wir-schreiben-besseres-deutsch-als-merkel-kritiker/

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